Hinter Net

Ich bin übrigens der Meinung, dass Frau Merkel ein gewisses Maß an Kritik bezüglich ihrer »Neuland«-Äußerung durchaus verdient hat. Politiker selbst müssen natürlich nicht mit jeder neuen Technologie Schritt halten oder diese selbst beherrschen können. Aber sie sollten fähig sein, zu bemerken, dass eine neue Technologie präsent ist, sich rasant entwickelt und umwälzende Auswirkungen auf alle Lebensbereiche der sich ihnen anvertrauenden* Bürger hat. Infolge dieser Feststellung sollten sie nicht zögern, kontinuierlich kundige Experten aller netzpolitisch relevanten Disziplinen zu konsultieren, für die diese Technologie eben kein Neuland mehr ist, sich mit ihnen zusammensetzen und auf ihre Empfehlungen hören, wie diese Technologie gefördert, demokratisch geregelt und ihre Chancen und Risiken verfassungsgemäß in eine kluge Gesetzgebung integriert werden können. Aber genau das ist im letzten Jahrzehnt verschlafen, ausgesessen, prokrastiniert, abgewiegelt oder aktionistisch bis inkompetent in völlig falsche, höchst bedenkliche Richtungen zwangsgeregelt worden. Dass die „Digital Natives“ in der Minderheit sind, rechtfertigt nicht, sie und ihre Bedürfnisse, Erfahrungen und die konstruktiven Vorschläge netzpolitischer Organisationen und Verbände zu ignorieren oder kleinzureden. Die „Neuland“-Metapher ist keine Entschuldigung oder Erklärung für das, was passiert oder nicht passiert ist oder dafür, dass für weite Teile der Bevölkerung das Netz nach wie vor nur aus Online-Shopping und E-Mails schreiben besteht. Sie ist eine Ausrede.

* Edit: Mit „anvertrauen“ meine ich nicht eine devote Selbstauslieferung der Menschen an die Regierung, sondern den Vertrauensvorschuss der Wähler, welchen sie ihren politischen Vertretern durch ihr Wahlvotum geben – und dafür erwarten dürfen, dass entsprechend gehandelt wird.


Photo: © Marie Mosley | Some rights reserved

Du bist viele

In den letzten Tagen und Wochen begegneten mir Meldungen, Ereignisse und Gedanken auf Websites, bei Twitter, Facebook, in Offline-Medien, in Nachrichtenmeldungen, in meinem persönlichen Umfeld, die in mir ein Gefühl auslösten. Sollte ich es benennen, würde ich sagen: „Ich glaube, es passiert gerade was.“ Vielleicht sind die Zusammenhänge, die ich zu sehen glaube, totaler Blödsinn oder längst irgendwo anders formulierte „olle Kamellen“, aber ich möchte sie zumindest einmal hier aufschreiben, auch, um mal etwas Ordnung hineinzubekommen.

Was waren das für Dinge, die dieses Gefühl in mir auslösten? Das hört sich auf den ersten Blick ziemlich abenteuerlich an, denn sie scheinen keinerlei Zusammenhang zu haben: klassische Parteipolitik, die Holzmedien und ihre Krise, Musikverlage, e-Books, Downloads, der Arabische Frühling, die aktuellen Demonstrationen in der Türkei, Shitstorms, Facebook-Partys, das Hochwasser in weiten Teilen Deutschlands, Germany’s Next Topmodel und andere Castingshows, subversive Social-Media-Postings chinesischer Internetnutzer zum Jahrestag der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Umweltschutz, Ökostrom und Nachhaltigkeit, die sogenannte „Mass Customization“, die Netz-Initiative #aufschrei sowie einiges andere mehr. All diese Ereignisse kreisen um ein Thema bzw. deuten für mich auf einen Trend hin, für den ich das Wort „Schwarmaktivismus“ gesucht und gefunden habe. Dieser Trend hat unmittelbar mit dem Internet zu tun, bewegt sich aber für mein Empfinden zunehmend ins Offline-Leben hinaus. Aber der Reihe nach.

Der finale Auslöser meines Gedankengangs war ein Zitat in dem Videoclip eines Vortrags einer TEDx-Konferenz, auf das ich im Blog von Isabel Bogdan aufmerksam wurde. Der Vortragende, ein Guerilla-Gardening-Aktivist aus Los Angeles, sagte darin:

„… ich weigere mich, Teil dieser vorgefertigten Realität zu sein, die von anderen Menschen hergesteⅡt wurde …“
(Video, Minute 4:49)

Seine Schlussfolgerung daraus war: ich tue selbst etwas, direkt vor meiner Haustür, werde nicht Mitglied einer Partei, warte nicht ab, bis andere für mich die Initiative ergreifen und kümmere mich nicht primär darum, wieviel ich mit meinem Tun bewege, sondern dass ich überhaupt etwas bewege, in einem kleinen, begrenzten Bereich (Selbstversorgung mit pflanzlichen Nahrungsmitteln) und unabhängig von Inititativen, Programmen und Vereinen, die sich Größeres auf die Fahnen geschrieben haben. Bis dahin eigentlich nichts bahnbrechend Neues. Aber ich interpretiere sein Zitat noch ein wenig darüber hinaus.

Bevor es das Internet gab, war der Austausch zwischen „Sendern“ und „Empfängern“ sowie innerhalb der „Empfänger“ stark begrenzt. Politische Meldungen entnahm man dem Fernsehen, dem Radio, der Tagespresse oder engagierte sich selbst politisch aktiv. Der Austausch und die Verbreitung von Nachrichten und Meinungen untereinander vollzog sich durch Telefonieren, Briefe schreiben oder persönliche Gespräche. Um in Kontakt mit den „Sendern“ zu treten, konnte man als „Empfänger“ so etwas wie „Leserbriefe“ schreiben, die nach Belieben veröffentlicht wurden oder man konnte bei Demonstrationen auf die Straße gehen. Das war’s. Dieselben Mechanismen bestimmten weitgehend auch das Kultur- und Alltagsleben. In Zeitungen und Magazinen konnte „man“ lesen, welche Modetrends, Popstars oder Gesprächsthemen angesagt waren, die Erscheinungszeiträume folgten einem starren, bestenfalls täglichen Rhythmus. Nischenthemen wurden zwar in Independent-Kanälen behandelt, aber meist auch nur von einem Nischenpublikum konsumiert. Die Aufbereitung der Themen geschah unweigerlich in vorverpackter, gebündelter Form – man musste ein komplettes Magazin kaufen, um nur einen Artikel von persönlichem Interesse zu lesen, ein komplettes Album kaufen, um nur einen Lieblingssong zu besitzen, eine ganze Nachrichtensendung schauen, um einzelne individuell interessante Meldungen wahrzunehmen oder eine Partei wählen, um vielleicht nur einen einzelnen oder wenige persönliche Standpunkte aus dem gesamten Parteiprogramm politisch zu forcieren.

Für die „Sender“ war diese Art der Beziehung zu ihren „Empfängern“ von großem Vorteil. Sie konnten sich institutionalisieren und solidarisieren. Ob Konzerne, Parteien, Verlage oder Religionsgemeinschaften – die Botschaften und die Bedingungen für deren Abnahme durch die „Empfänger“ konnten bequem vorgefertigt im Gesamtpaket gebündelt und verteilt werden, frei nach dem Motto „Alles oder Nichts“. So konnten Einfluss- und Machstrukturen entstehen, mit denen sich die Abnehmer bequem steuern oder zu vielfältigen Kompromissen bewegen ließen, sie konnten ja kaum etwas dagegen tun, das war nun einmal so. In vielen Bereichen, allen voran im Konsum, ist das weiterhin unverändert und wird es wohl auch eine Weile noch bleiben. Tausende Menschen, Erwachsene wie Teenager, kopieren ihren Lebensstil als „Bundle“, wollen aussehen (oder bei Castingshows singen oder tanzen) wie [hier bitte nach Belieben Promi, Popstar, Modestil oder Statusgemeinschaft einfügen], wir alle kaufen Massenprodukte, die vorgefertigt in den Regalen liegen, der Weg zur Individualisierung liegt lediglich in der Kombination unserer Einkäufe, in wenigen, begrenzten Customizing-Optionen wie Ausstattung, Material oder Farbe oder im Do-it-yourself-Verändern der Produkte nach ihrem Kauf. Natürlich erlischt dann sofort die Garantie.

Mit dem Internet begannen diese Machtstrukturen zu zerbrechen, denn die „Empfänger“ wurden nun nicht nur bald ebenfalls zu „Sendern“, sondern konnten sich auch untereinander in weitaus größerer Zahl, Frequenz und Intensität miteinander austauschen. Statt größerer Contentpakete zerfielen Botschaften und Medieninhalte in kleinstmögliche Einheiten. Songs statt Alben, Twittermeldungen statt Nachrichtenmagazine, individuelle Standpunkte statt Parteiprogramme. Ständig formieren sich changierende virtuelle Interessengemeinschaften von Fans, Aktivisten, Hobbybetreibern, Zeit und Ort sind egal. Jeder kann bloggen, twittern, posten. Das beunruhigt die gewachsenen Sendermonolithen natürlich, denn plötzlich werden Widerspruch und Kritik in Echtzeit öffentlich, manchmal in beängstigender Zahl und mit aggressiver Energie. Verlage fordern vom Staat Schutzmechanismen für ihre schwindende Relevanz ein, Regierungen überwachen oder manipulieren den Traffic im Netz, Konzerne reagieren mit Ignoranz oder richten mit panischem Feedback und Abmahnungen mehr Schaden als Nutzen für ihre Marken und Kunden an.

Dennoch hatte ich bislang das Gefühl, die Mehrheit der Internetnutzer bediente sich dieser Möglichkeiten des Netzes hauptsächlich auf zwei Arten: entweder totaler Individualismus („endlich kann ich mich mit meiner Meinung und meinen Themen im Netz selbst verwirklichen“) oder totaler Kollektivismus, wie er bei Shitstorms, Facebookpartys oder der Organisation von Massenprotesten wie z.B. beim Arabischen Frühling bzw. derzeit in der Türkei sichtbar wird. Ich will das gar nicht abwerten, ich finde es toll, dass jedes Nischenthema im Netz seinen Platz findet, ebenso begrüße ich die Macht, die durch die Online-Solidarisierung und -Koordination vieler Einzelner bei Demonstrationen, Petitionen und Diskussionen möglich wird. Dennoch blieb eine dritte, weitaus subtilere – und vielleicht gerade deshalb machtvolle – Einflussmöglichkeit aus meiner Sicht bislang wenig genutzt: der Schwarmaktivismus.

Der Schwarmaktivist (egal welchen Geschlechts) hat zwar ebenfalls keine Lust mehr, seine Themen und Ideologien im Komplettpaket von politischen oder sonstigen Instanzen zu „abonnieren“, aber er flüchtet sich nicht in einen neuen Kollektivismus, indem er nach Anderen sucht, die exakt dasselbe tun wie er und mit diesen wiederum neue Parteien und Interessengruppen gründet oder an bestimmte Orte reist, um diese Gleichgesinnten zu treffen. Stattdessen reicht es ihm vollauf, zu sehen, dass im Netz an unzähligen Stellen und Orten auf der Welt andere Individuen so denken wie er. Er handelt individuell, vor seiner Haustür, mit kleinen, persönlichen Beiträgen in dem Bewusstsein, dass überall auf der Welt Andere etwas Ähnliches tun. Um dieses Bewusstsein zu entwickeln, benötigt er das Netz. Um entsprechend zu handeln, braucht er es nicht. Gegenseitiger Online-Austausch mit Geistesverwandten hingegen ist erwünscht und wird auch genutzt. So beschließen Menschen, zu Ökostromanbietern zu wechseln, Solarkollektoren auf dem Dach zu installieren, zu vegetarischer Ernährung zu wechseln, Fahrgemeinschaften für Vor-Ort-Hilfe oder Spenden für Flutopfer zu organisieren, Obst auf Verkehrsinseln anzupflanzen, kluge und konstruktive Blogartikel zur Verlags- oder Buchhandelskrise zu veröffentlichen, sich persönlich aufgrund eines Online-Denkanstoßes in ihrem ganz persönlichen Umfeld gegen Sexismus im Alltag zu engagieren oder auf andere Weise „die Welt zu retten“. Vereint durch den Überdruss an Lobbyismus, Parteipolitik und des Wartens müde, dass sich von oben oder von selbst etwas ändert – und angetrieben von der Weigerung, zu resignieren, weil man als Einzelner ohnehin machtlos ist. Der Schwarmaktivist muss sich nicht zwingend mit jemandem verabreden, er kann selbst entscheiden, wie und wann er etwas tut – und was. Motiviert durch das Internet und durch die dort sichtbare Gewissheit, dass da draußen Millionen anderer Menschen ebenso denken und sich überlegen, was sie im Kleinen bewegen können, damit trotzdem, bald und überall auf der Welt das Leben jeden Tag wieder ein kleines bisschen besser wird. Und aufgrund meines Gefühls, dass die Zahl derer, die so handeln, täglich zunimmt, möchte ich gern optimistisch sein und glauben: das wird es.

Bärlauchsteckbrief

Nicht nur auf der schönen Insel Bornholm, wo ich gerade urlaubte, ist derzeit die Bärlauchsaison auf ihrem Höhepunkt. Die Wälder und Bachläufe sind gebietsweise geradezu zugewachsen mit dichten Matten dieser Würzpflanze – der eine mag sie, der andere nicht. Wer Bärlauch schätzt und nicht selbst sammeln will oder kann, bekommt das mittlerweile geradezu „trendige“ Kraut auch auf vielen Wochenmärkten zu kaufen, die Preise dafür sind allerdings oftmals genauso saftig wie das Grün der schwertförmigen Blätter.

Billiger ist das Selbersammeln. Doch ist Vorsicht geboten, denn ein anderes Gewächs, das dem Bärlauch ziemlich ähnlich sieht, hat zur selben Zeit ebenfalls Saison – und ist beim Verzehr hochgiftig: das Maiglöckchen. Ich bin zwar kein Botaniker, aber dennoch vermag ich beide Pflanzen anhand dreier charakteristischer Unterscheidungsmerkmale sicher auseinanderzuhalten. Als Hilfestellung für angehende Bärlauchsammler daher hier ein kleiner bebilderter Steckbrief der beiden Gewächse (aus rechtlichen Gründen allerdings ohne Gewähr für die individuelle Anwendung):

Maiglöckchen vs. Bärlauch
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(1) Die Blätter

Beim Maiglöckchen sind die Blätter (besonders bei jungen Pflanzen) spiralig ineinander gewickelt, was man besonders von oben gut erkennen kann. Einen klar abgegrenzten Stiel haben sie nicht, sie verjüngen sich nach unten hin kontinuierlich.

Bärlauch hat schon im jungen Stadium der Pflanze getrennt voneinander sprießende Blätter, die mit einer Verjüngung unten abschließen und in einen klar abgegrenzten, glatten, hellen Stiel übergehen.

Aufgrund dieses Unterscheidungsmerkmals sollte man beim Sammeln der Pflanzen immer darauf achten, die Blätter möglichst nahe am Boden abzupflücken oder abzuschneiden, damit man nie in die Bredouille kommt, zu Hause nur Blattspitzen oder stiellose Blätter klassifizieren zu müssen. Je mehr Stiel dranbleibt, desto besser. Die Stiele kann man ja vor der späteren Weiterverarbeitung immer noch abschneiden.


(2) Die Blüten

Wer unsicher beim Sammeln ist, tut gut daran, sich an der Fundstelle Pflanzen zu suchen, die bereits einen jungen Blütenstand haben. Sind die Pflanzen voll erblüht, ist die Unterscheidung einfach – fast jeder kennt die charakteristischen, zu mehreren am Stiel nach unten hängenden Maiglöckchenblüten und wird sich hüten, diese nebst Blättern zum Verzehr zu sammeln. Auch Bärlauch in voller Blüte ist leicht zu erkennen: der von mehreren sternförmigen weißen Blüten gebildete, kugelförmige Blütenstand des Bärlauchs hat mit Maiglöckchen nichts mehr gemein. Doch auch vor dem Erblühen gibt es ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal:

Beim Maiglöckchen kann man auch am jungen Blütenstand bereits erkennen, dass die Pflanze mehrere Blüten an einem Stiel tragen wird – an der Spitze des Stiels sind mehrere kleine kugelige Knospen angelegt, die klar voneinander getrennt sind.

Obwohl auch Bärlauch letztlich mehrere kleine Blüten an einem Stiel trägt, sind diese bis zu ihrer Entfaltung von einer einzigen tropfenförmigen, sehr hellen und leicht durchsichtigen Hülle umgeben. Bärlauch trägt nie mehr als eine dieser Blütenhüllen an einem einzelnen Stiel.


Der Geruch

In der Nähe einer üppig bewachsenen Fundstelle liegt der charakteristische Geruch des Bärlauchs schon der Luft. Nimmt man dann ein paar Blätter in die Hand und zerreibt oder zerrupft sie, wird er unverkennbar: Die Pflanze riecht „lauchig“ – ein Aroma irgendwo zwischen Schnittlauch und Knoblauch, nicht so „zwieblig“ wie Porree oder Frühlingszwiebeln und nicht so stechend wie Knoblauch. Diesen Geruch haben Maiglöckchen nicht, sie riechen unauffällig nach „zerriebener Pflanze“. Achtung! Nach diesem Reibetest mit dem Ergebnis „Maiglöckchen“ sollte man sich entweder sofort die Hände gründlich feucht reinigen oder bis zur nächsten Gelegenheit dazu tunlichst vermeiden, Gesicht, Augen, Schleimhäute und Mund zu berühren!

Wenn alle drei (!) Kennzeichen auf Bärlauch hinweisen, steht einer reichlichen Ernte nichts mehr im Wege. Es empfiehlt sich, alle gesammelten Blätter zu Hause beim gründlichen Waschen und Sortieren noch einmal gründlich in Augenschein zu nehmen. Mit der Zeit und größerer Sammelerfahrung entwickelt man schnell ein verlässliches Gefühl für die feinen Unterschiede zu versehentlich mitgesammelten, nicht essbaren Blättern. Und an Rezepten für Pestos, Saucen und andere Leckereien herrscht im Internet kein Mangel. Bärlauch passt etwa zu Nudeln, Kartoffeln, Fisch, Fleisch und vielen Gemüsen und ist eine tolle Würzzutat für Butter, Quark, Frischkäse und andere pikante Dips oder Brotaufstriche. Guten Appetit!

Foto: © formschub.de


Update (12.05.) zum Kommentar von Balz

Der Unterschied zwischen Bärlauch und dem ebenfalls ähnlich aussehenden und sehr giftigen Krokusgewächs der Herbstzeitlose wird auf der Website kräutergustel.de – ebenfalls mit Fotos – anschaulich erklärt. Die Unterscheidungsmerkmale Blätter, Blüten und Geruch sind dieselben, insofern bleibt der Rat: was nicht in allen Punkten der Beschreibung des Bärlauchs entspricht, sollte nicht auf dem Teller landen.

33 Dinge, …

… die ich immer wieder verwechsele:

  1. konkav und konvex
  2. Mambo und Rumba
  3. Hamburg-Hamm und Hamburg-Horn
  4. Cary Grant und Gary Cooper
  5. a.m und p.m.
  6. Backbord und Steuerbord
  7. »Der dritte Mann« und »Der unsichtbare Dritte«
  8. Küfer und Kürschner
  9. Lüneburg und Lübeck
  10. Madeira und Marsala
  11. Leopard und Gepard
  12. Majoran und Oregano
  13. Pflaumen und Mirabellen
  14. Labrador und Golden Retriever
  15. Tortillas, Tacos, Enchiladas und Burritos
  16. Haschisch und Marihuana
  17. Suzuki und Subaru
  18. Balzac und Starbucks
  19. Star Trek und Star Wars
  20. Frodo und Bilbo
  21. Khaki und Oliv
  22. Wespen und Hornissen
  23. Lambrusco und Frascati
  24. .tif und .gif
  25. Mallorca und Monaco
  26. Elmex und Aronal
  27. Krethi und Plethi
  28. Rambazamba und Halligalli
  29. Gunter Emmerlich und Roland Emmerich
  30. FDP und PDF
  31. Cindy und Bert
  32. 4711 und 08/15
  33. Carmen Nebel und Kirsten Dunst

Hab ich was vergessen?

Update (05.05.): Ihr seid so großartig! Ich habe mal meine subjektiven Best-of aus den famosen Kommentaren (und das waren fast alle) in die Liste eingepflegt. Großer Spaß!

  1. Brutto und Netto
  2. Randy Crawford und Randy Newman
  3. Mein und Dein
  4. Sein und Schein
  5. Links und anderes Links
  6. Villariba und Villabacho
  7. Roland Kaiser und Howard Carpendale
  8. Wladimir und Vitali Klitschko.
  9. kurzsichtig und weitsichtig
  10. Witta Pohl und Gaby Dohm (und Thekla Carola Wied)
  11. Boba Fett und Jabba the Hutt
  12. gerührt und geschüttelt
  13. Internet und www
  14. dreifacher Lutz und dreifacher Rittberger
  15. Gitti und Erika
  16. Yul Brynner und Telly Savalas
  17. Nord und Süd und Ost und West
  18. Salz und Zucker
  19. Dill und Thymian
  20. Crevetten und Krabben
  21. Sanssouci und Versailles
  22. Touchscreens und Monitore
  23. Guinea und Guyana
  24. Uhr vorstellen und Uhr zurückstellen
  25. Hamburg-Barmbek und -Bramfeld und -Billstedt bzw. Hamburg-Eidelstedt und -Eilbek
  26. Bischöfe und Kardinäle
  27. Priester und Pfarrer
  28. Johannes Kerner und Markus Lanz
  29. Toto und Harry
  30. Stephen Hawking und Sam Hawkins
  31. Google+ und Xing
  32. Ludwig und Stefan Boltzmann
  33. Melancholiker und Sanguiniker
  34. clever und cmart (im Englischen und im Deutschen)
  35. unterschiedlich und verschieden
  36. Schulze und Schultze
  37. Busum und Husum
  38. Justin Bieber und Justin Timberlake
  39. Gaspedal und Bremspedal
  40. Herbert Knaup und Martin Brambach (im Tatort)
  41. Stalagtiten und Stalagmiten
  42. Die Geburtstage meiner Eltern (12.1 und 11.2.)
  43. Drücken und Ziehen (auf Türen)
  44. die Titel der Bud-Spencer-Filme
  45. Erle und Lerche
  46. Sekt und Champagner
  47. Sardellen und Sardinen
  48. Maikäfer und Marienkäfer
  49. Das Twitter- und das Tumblr-T
  50. Mary-Kate und Ashley Olsen
  51. Amerika und Indien
  52. Markus und Karsten
  53. Karsten Baumann und Stefan Emmerling
  54. Beige und Ecru
  55. Lavendel und Violett
  56. Rhododendron und Oleander
  57. Slowenien und Slowakei
  58. Den Staubsaugerknopf zum Abstellen des Staubsaugers und den um die Schnur aufzuwickeln
  59. U6 Richtung Alt-Tegel und U6 Richtung Alt-Mariendorf
  60. ob der IKEA nun links oder rechts von der Autobahnausfahrt im Industriegebiet liegt
  61. Helvetica und Arial
  62. Louis XV. und Louis XVI.

… und um die 100 vollzumachen, hier noch fünf von mir:

  1. Die niederländische und die französische Flagge
  2. Leonard Bernstein und George Gershwin
  3. Mojito und Caipirinha
  4. Joseph und Ralph Fiennes
  5. Tulpen aus Amsterdam und Weiße Rosen aus Athen

Das muss aber noch lange nicht der Schlusspunkt sein …

Update (08.05.): Ich verneige mich …

… kurz nachdem Peter Wittkamp, aka @diktator bei Twitter, mich gefragt hatte, ob er meine Liste zu seinem Projekt „Auslisten“ (Website | Facebook) hinzufügen darf, kommentierte der Autor des famosen (und von mir hier auch schon mal empfohlenen) Buches „Die sexuellen Fantasien der Kohlmeisen“, Tex Rubinowitz, die Liste mit einigen Einträgen, die natürlich hier nicht fehlen sollen:

  1. Stadium und Stadion
  2. Studium und auf der faulen Haut liegen
  3. Tofu und Futon
  4. Andy Warhol und Woody Allen
  5. Melbourne und Montreal
  6. Beirut und Bayreuth
  7. Bitte und Danke
  8. das gleiche und das selbe

Beides kleine Ritterschläge. Vielen Dank!

Lieber Max Goldt,

falls Du für Deine nächsten Kolumnen oder Buchtexte noch Überschriften suchst, empfehle ich Dir die Lektüre der Aushänge an der Infosäule im Foyer der Trierer Sparkasse, Filiale Saarstraße. Es lohnt sich!


Fotos: © formschub.de

Panta Ente rhei

Am 15. September 2008 postete ich meinen ersten Tweet. Im Verlauf der darauf folgenden 1665 Tage landeten 21.380 Tweets in meiner Timeline, mittlerweile 6.573 Menschen (abzüglich Bots, Werbeaccounts und Karteileichen) lesen zumindest hin und wieder mal, was ich an Blödsinn vom Stapel lasse und 14mal habe ich meinen Avatar gewechselt. Ich kann und will unmöglich allen zurückfolgen, so gern ich dies täte, da ich meine Timeline gerne unter Kontrolle behalte und möglichst wenig von dem verpassen möchte, was meine Lieblingstwitterer schreiben. Ich freue mich sehr, dass die meisten, denen ich folge, auch mir schon sehr, sehr lange „treu“ bleiben, auch, wenn ich mal eine Reply verschlampe oder mich ein paar Tage in Schweigen hülle, weil Anderes meine Zeit und/oder Aufmerksamkeit fordert.

Es gibt so unglaublich viele Menschen hier, die ihre Persönlichkeit, Alltagserlebnisse, Weltsicht, Kreativität, ihren Humor, Beruf, ihr Hobby oder andere Themen und Beweggründe in ihre Tweets packen und mich jeden Tag zum Schmunzeln, Teilhaben und Nachdenken bringen. Sicher war Twitter früher heimeliger, intimer, vertrauter (besonders die Nachttimeline), aber das ist selten geworden. Es fühlt sich an, als wurde in den letzten 5 Jahren um ein einzelnes Haus, in das man mit seinen Followern und Followees einzog und wo man jeden kannte, den man im Treppenhaus traf, nach und nach eine Siedlung und schließlich eine große Stadt errichtet. Aber trotz der Vorkommnisse, die dort – in Twitterhude – gelegentlich die Eintracht trüben, wie Hämelawinen, Shitstürme oder Pauschalverurteilungen, polemische Diskussionen oder Entfolgungsschmoller, möchte ich hier nicht wegziehen.

Es gibt übrigens keinen Anlass für dieses Resümee, kein rundes Jubiläum an Tagen, Jahren oder Followerzahlen. Ich möchte Euch einfach mal „Danke“ sagen und mich grundlos freuen, dass es Euch und Twitter gibt.


Artwork: © formschub.de

801,1

Als ich vor ein paar Tagen im Fahrradkeller meinen Stromzähler ablas, um die jährliche Selbstablesekarte auszufüllen, habe ich mich gefreut. Ich dusche täglich, ich koche gern, ich besitze eine Waschmaschine (aber keinen Trockner), ich wärme mein Essen in der Mikrowelle auf, mein Fernseher und mein Computer sind abends oft stundenlang an, mein Haar ist so kurz, dass ich keinen Fön brauche, ich nutze an vielen Stellen Energiesparlampen (ganz begeistert bin ich jüngst von diesen tollen, schadstoffarmen LED-Birnen) und lasse das Licht möglichst nur in den Räumen brennen, in denen ich mich aufhalte. Und irgendwie klappt’s mit dem Stromsparen. Der Richtwert der Stromversorger für einen Einpersonenhaushalt liegt zwischen 1.500 und 2.000 kWh. Geht doch.
Und jetzt wechsele ich noch zu Ökostrom.


Foto: © formschub.de

Menschenleer

Schon seit geraumer Zeit faszinieren mich Orte in größeren Städten, die ursprünglich für die „Massenabfertigung“ größerer Menschenmengen konzipiert wurden, die ich aber zu bestimmten Zeiten oder in nur kurzen, zufälligen Momenten komplett verlassen vorfinde. Vielleicht wird ja eine kleine Serie daraus – hier sind zumindest schon mal zwei Motive.


Fotos: © formschub.de