{"id":7085,"date":"2022-12-14T13:50:32","date_gmt":"2022-12-14T12:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/?p=7085"},"modified":"2022-12-14T18:01:00","modified_gmt":"2022-12-14T17:01:00","slug":"gib","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2022\/12\/14\/gib\/","title":{"rendered":"Gib!"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend meiner Studienzeit war ich \u00f6fter im Schrebergarten der Eltern meines Freundes M. zum Grillen zu Gast. Auf der Parzelle stand eins der \u00fcblichen Gartenh\u00e4uschen, in dem allerlei Arbeitsger\u00e4t, der Grill, Geschirr und Besteck gelagert waren. Aber auf den Simsen und Regalen stand auch auff\u00e4llig viel Zeug: Zinnteller mit Motivreliefs, bunt bedruckte gl\u00e4serne Bierhumpen, geschnitzte Holzfiguren und \u00c4hnliches. Alles optisch derart kurios und abseits von Geschmack und Stil der h\u00e4uslichen Einrichtung der Eltern, dass ich M. bei einem meiner Besuche fragte, was es mit dieser Sammlung auf sich habe. Er sagte, das seien Mitbringsel und Geschenke von Bekannten, die seine Eltern ins Gartenhaus \u00bbausgelagert\u00ab h\u00e4tten, weil sie sie nicht wegwerfen wollten. So k\u00f6nne man auf Nachfrage der Schenkenden wenigstens wahrheitsgem\u00e4\u00df antworten, das st\u00fcnde auf einem \u00bbEhrenplatz\u00ab&nbsp;im Schrebergartenh\u00e4uschen. \u00c4hnliche Depots aufgereihter kunstgewerblicher Kuriosit\u00e4ten begegneten mir vereinzelt auch beim Besuch bei Jugendfreunden, in den damals beliebten \u00bbPartykellern\u00ab der Eltern. Ich vermute, auch dort waren es aus dem allt\u00e4glichen Blickfeld verbannte Geschenke.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe daraus in puncto \u00bbSchenken\u00ab drei Schlussfolgerungen gezogen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Es gibt Menschen, die sich beim Schenken keine M\u00fche geben <em>wollen<\/em>, den Beschenkten eine echte Freude zu machen, sondern lediglich \u00bbirgendwas\u00ab mitnehmen, um nicht mit leeren H\u00e4nden zu erscheinen (Dazu gibt es auch einen grandiosen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtu.be\/xpWBsHW4uts?t=1611\" target=\"_blank\">Fernsehsketch von Gerhard Polt<\/a>).<\/li><li>Oder die Schenkenden beabsichtigen zwar, den Empf\u00e4ngern ein von Herzen kommendes Geschenk zu \u00fcberreichen und ihnen echte Freude zu bereiten, landen aber aus unbekannten Gr\u00fcnden komplett neben deren Geschmack, Bedarf oder Interessen.<\/li><li>Die derart Beschenkten trauen sich entweder nicht oder halten es f\u00fcr unn\u00f6tig, den Schenkenden ehrlich zu sagen, dass das Geschenk nicht passt oder ihnen nicht gef\u00e4llt, entweder um niemanden zu kr\u00e4nken oder zu br\u00fcskieren oder weil man sich nur oberfl\u00e4chlich kennt bzw. das Geschenk zu wenig bedeutsam ist \u2013 und werden es entweder entsorgen, weiterverschenken oder an geeigneter entlegener Stelle \u00bbeinlagern\u00ab.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ich habe auch schon etliche unpassende oder unerw\u00fcnschte Geschenke bekommen, sogar aus dem Kreis enger Verwandter, die mich eigentlich h\u00e4tten besser kennen sollen. Am h\u00e4ufigsten waren es s\u00fc\u00dfe Spezereien, die mir mit dem Begleitsatz \u00bbHier, das magst du doch so gerne!\u00ab \u00fcberreicht wurden. Zum Beispiel Ostereier mit Knickebein (bah!), Schaumwaffeln (pf\u00fc\u00e4ch!), Irgendwas mit Marzipan (meh) oder ein Glas Marmelade (\u00af\\_(\u30c4)_\/\u00af ich bin seit Jahrzehnten schon kein S\u00fc\u00dffr\u00fchst\u00fccker). Oder eines Tages, auch in j\u00fcngeren Jahren, kam meine Mutter von einem Stadtbummel zur\u00fcck und \u00fcberreichte mir anlasslos ein Kleidungsst\u00fcck: \u00bbHier, du tr\u00e4gst doch neuerdings immer diese Hawaiihemden!\u00ab \u2013 Ja, das stimmte im Prinzip, aber meine damalige Kollektion an schreiend bunten, gegenst\u00e4ndlich gemusterten Hemden war eine sorgf\u00e4ltig kuratierte Auswahl spezieller Marken mit famosen Motiven wie tellergro\u00dfen Stiefm\u00fctterchen, Ananasstauden oder pr\u00e4chtigen Wildv\u00f6geln. Mutter jedoch hatte beim Versuch der lieb gemeinten Nachempfindung meines Outfitgeschmacks ein zwar buntes, aber mit belanglosen abstrakten Motiven bedrucktes Hawaiihemd von \u00bbC&amp;A\u00ab erstanden, das fortan auf einem Kleiderb\u00fcgel in meinem Schrank verstaubte, denn was ist unangenehmer als in einem Kleidungsst\u00fcck herumzulaufen, in dem man sich nicht wohlf\u00fchlt? Dazu gesellten sich aus anderer Hand Urlaubsmitbringsel wie eine lederbezogene Schnabelflasche (\u00bbPorr\u00f3n\u00ab) als Urlaubssouvenir einer Reise nach Mallorca (wtf?), Abenteuerb\u00fccher mit Heldengeschichten aus dem Wilden Westen (g\u00e4hn!) oder Flaschen mit s\u00fc\u00dfem Lik\u00f6r (igitt!). <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man keine M\u00f6glichkeit hat, solche Gabenverfehlungen weiterzuverschenken \u2013 idealerweise in einer Kontaktsph\u00e4re, die sich nicht mit dem Kreis der Schenkenden \u00fcberlappt, damit das durchgereichte Ding nicht irgendwann im Exil ungewollt wiederentdeckt wird \u2013 oder sie an Bed\u00fcrftige zu spenden, bleiben nur die M\u00fclltonne oder ein au\u00dferhalb des Blickfelds liegendes tempor\u00e4res Depot. Aber wie lang ist die Halbwertszeit unerw\u00fcnscher Geschenke, ehe man sie dann doch ohne Scham und Schuld entsorgen darf? Ich habe meist die in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden sich ergebenden, \u00bbnat\u00fcrlichen\u00ab Ausmist-Anl\u00e4sse wie einen Wohnungsumzug, Renovierung, den Austausch oder Hinzukauf von Schr\u00e4nken und Regalen oder einen Fr\u00fchjahrsputz (sic!) dazu genutzt. Dann kann man hinterher immer noch sagen \u00bbOh, das muss wohl beim <em>[hier Anlass einf\u00fcgen]<\/em> verlorengegangen sein!\u00ab Win-win.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberdies ist es zwar emotional verst\u00e4ndlich, aber objektiv unlogisch, Menschen nicht behutsam, aber ehrlich zu sagen, dass sie mit ihrer Gabe danebenlagen. Das gilt, finde ich, umso mehr, je nahestehender die Schenkenden einander sind. Denn tut man es nicht und simuliert Entz\u00fccken beim Erhalt des Geschenks, n\u00e4hert sich die Wahrscheinlichkeit 100%, dass man von derselben Person regelm\u00e4\u00dfig weiterhin gut gemeinte, aber unwillkommene Pr\u00e4sente \u00fcberreicht bekommen wird. Es w\u00e4re also eigentlich besser, man w\u00fcrde die gebende Person vielleicht kurz verletzen oder kr\u00e4nken, aber ihr dadurch die M\u00f6glichkeit geben, k\u00fcnftig dauerhaft sowohl treffend als auch begeisternd zu schenken. Doch wie stellt man das an? <\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, man kann das am besten tun, in dem man selbst ein Schenkvorbild wird. Egal, wie viel M\u00fche ich mir selbst bei der Auswahl oder Anfertigung eines Geschenkes gebe und ganz gleich, wie gut ich die beschenkte Person zu kennen glaube \u2013 jedes Geschenk birgt in sich das Risiko, aus irgendeinem mir zun\u00e4chst nicht ersichtlichen Grund unwillkommen oder deplatziert zu sein. Ich darf zwar \u00dcberraschung und Freude <em>erwarten<\/em>, wenn ich jemandem ein Geschenk \u00fcberreiche, aber ich sollte immer damit rechnen, dass diese Erwartung auch entt\u00e4uscht werden kann. Wenn ich ein Geschenk \u00fcberreiche, und das gilt um so mehr, je aufwendiger oder kostspieliger es ist, k\u00f6nnte es helfen, beim \u00dcberreichen quasi vorbeugend zu sagen \u00bbIch glaube zwar, dass ich dir mit diesem Geschenk eine Freude machen kann und dass es dir gefallen wird, aber bitte sage mir ehrlich, wenn das nicht der Fall ist. Ich nehme es auch gerne zur\u00fcck (oder tausche es um), denn mir ist wichtig, dass dir etwas an meinen Geschenken liegt, weil ich dich mag\u00ab. Auf diese Weise k\u00f6nnte man reihum Freunde und Bekannte \u00bbproaktiv\u00ab f\u00fcr diese Art der Ehrlichkeit sensibilisieren und selbst, wenn es mich als Schenkenden dann schmerzt, weil daraufhin eines meiner Geschenke zur\u00fcckgewiesen wird, so habe dann auch <em>ich<\/em> etwas daraus gelernt und kann die betreffende Person idealerweise k\u00fcnftig besser beschenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meiner eigenen Suche nach Geschenken, die gut ankommen, habe ich im Laufe der Zeit ein paar Erkenntnisse gewonnen, die mir (so glaube ich), merklich dabei geholfen haben, \u00bbtreffender\u00ab zu schenken. Wie k\u00f6nnte das gelingen? <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn ich die Person, die es zu beschenken gilt, h\u00e4ufiger oder gar regelm\u00e4\u00dfig treffe, blicke ich mich in der Wohnung um oder versuche aus Gespr\u00e4chen zu entnehmen, was ihr gefallen k\u00f6nnte. Plant sie eine Urlaubsreise, eine Anschaffung, einen Umzug? Fehlt etwas im Haushalt (\u00bbAch, ich habe gar keinen Tortenheber, nehmen wir einfach das breite Messer!\u00ab)? Mit der Zeit konnte ich so ein recht gutes \u00bbRadar\u00ab&nbsp;f\u00fcr Geschenkebedarf und -vorlieben entwickeln.<\/li><li>Ich habe tats\u00e4chlich eine Rubrik \u00bbGeschenkideen\u00ab&nbsp;in einer Notiz-App auf meinem Smartphone eingerichtet, in die ich meine Wahrnehmungen umgehend (unbemerkt) eintrage. Dann erinnere ich mich auch noch zu sp\u00e4teren Anl\u00e4ssen an gute Geschenkideen.<\/li><li>Ich verschenke niemals Gutscheine f\u00fcr Anl\u00e4sse <em>ohne einen konkreten Termin<\/em>, sei es \u00bbf\u00fcr einen gemeinsamen Restaurantbesuch\u00ab oder \u00bbf\u00fcr ein Konzert\u00ab. Meine Erfahrung ist, dass solche locker auf \u00bbirgendwann mal\u00ab oder \u00bbdemn\u00e4chst\u00ab&nbsp;datierten Coupons fast immer nicht eingel\u00f6st verfallen oder schlicht vergessen werden. Sinnvoller ist es, den Termin <em>vorher<\/em> ganz klar mit der beschenkten Person abzustimmen, z.B. \u00bbIch habe vor, Dich an einem bestimmten Datum zwecks einer \u00dcberraschung zu treffen. Lass uns mal in den Kalender schauen, ob dir der Tag X passt (z.B. bei einem angedachten fixen Konzerttermin) oder wann Du Zeit hast (bei einem frei terminierbaren Event).\u00ab So wird erstens die Vorfreude zum Bestandteil des Geschenks, zweitens verwaisen keine Gutscheine und drittens wird m\u00f6glichst sichergestellt, dass alle Beteiligten am Stichtag anwesend sein k\u00f6nnen. Geschenke, bei denen Menschen etwas zusammen unternehmen oder erleben, sind meines Erachtens ohnehin mit die sch\u00f6nsten.<\/li><li>Wenn die zu beschenkende Person ein leidenschaftliches Hobby hat (z.B. Angeln) oder begeistert Dinge sammelt (z.B. Porzellanfiguren), mag das zwar oberfl\u00e4chlich eine gute Quelle f\u00fcr Geschenkideen sein, aber meiner Erfahrung nach ist das aus mehreren Gr\u00fcnden ein Minenfeld. Erstens sind viele Menschen, je hingebungsvoller sie dieser Passion nachgehen, auf diesem Gebiet entweder Experten und besitzen ein Fachwissen, das ein unbeteiligter Schenkender gar nicht erreichen kann. Oder der ganz pers\u00f6nliche Geschmack des Beschenkten spielt bei seinen Anschaffungen auf diesem Gebiet eine sehr gro\u00dfe Rolle. Beides erh\u00f6ht das Risiko, mit einem Geschenk danebenzuliegen, welches diese Anforderungen nicht 100%ig ber\u00fccksichtigen kann. Zweitens werden sehr wahrscheinlich auch andere Schenkende im Umfeld der Person von dieser Leidenschaft geh\u00f6rt haben und regelm\u00e4\u00dfig mit Gaben aus dieser Rubrik bei ihr auflaufen. Das kann nicht nur die subjektive Wertigkeit eines Geschenks in der Flut aller erhaltenen \u00e4hnlichen Gaben senken (\u00bbOh, eine Froschfigur! Jaja, ich sammele die ja.\u00ab), auch das Risiko, etwas zu schenken, was die beschenkte Person bereits besitzt, steigt. Und nicht zuletzt kaufen sich eingefleischte Hobby- oder Sammlernerds auch oft genug selbst neue Dinge f\u00fcr ihre Interessengebiete hinzu. \u00bbHab ich schon, genau so oder so \u00e4hnlich\u00ab ist deshalb eine vermeidbare Geschenkefalle, in die ich versuche, m\u00f6glichst nicht zu tappen.<\/li><li>Gleiches gilt f\u00fcr B\u00fccher. Jemanden zu beschenken, der viel und gerne liest, er\u00f6ffnet zwar einerseits unendlich viel Raum f\u00fcr Geschenkideen, aber l\u00e4sst andererseits auch viele M\u00f6glichkeiten, mit dem Geschenk zu scheitern. Ich versuche dann z.B. ein Buch mit einer Widmung des Autors zu erwerben. Selbst f\u00fcr den Fall, dass genau dieses Buch bereits im Regal stehen sollte, g\u00e4be es dann noch etwas, was das Geschenk besonders und pers\u00f6nlich macht. Ansonsten achte ich auch hier darauf, was ich zu Autoren, Fachgebieten oder Genres z.B. bei Besuchen in der Wohnung oder aus Gespr\u00e4chen erfahren kann. Liebt die beschenkte Person B\u00fccher eines bestimmten Autors oder einer Autorin \u2013 lieber Finger weg: Doppelschenk- oder Selbstkaufrisiko! Oft kann bei B\u00fcchern \u2013 je nach Genre&nbsp;\u2013 auch ein Antiquariat ein Quell sch\u00f6ner Geschenkideen sein, etwa eine Erstausgabe oder ein besondere, limitierte Auflage, die im Handel l\u00e4ngst vergriffen ist. Ansonsten spielt beim Thema Lesen auch der pers\u00f6nliche Geschmack eine derart gro\u00dfe Rolle, dass aus meiner Sicht ein Wertgutschein einer Buchhandlung (in H\u00f6he des ungef\u00e4hren Kaufpreises des Buches, das ich mit unsicherem Gef\u00fchl verschenkt h\u00e4tte) und der weniger wahrscheinlich verfallen wird als einer der obengenannten Eventgutscheine, m\u00f6glicherweise die bessere Idee ist.<\/li><li>Ich verschenke selten Musikmedien (CDs\/Vinyl), schon \u00f6fter Videomedien (DVDs\/BluRays), lasse mich aber auch hier eigentlich von denselben \u00dcberlegungen leiten wie eben beim Thema B\u00fccher.<\/li><li>Je \u00e4lter die beschenkte Person ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie \u00bbschon alles hat\u00ab. Die Wohnung ist komplett eingerichtet, Bibliothek und Mediensammlung sind bef\u00fcllt, Haushalt und K\u00fcche sind vollst\u00e4ndig ausgestattet. Was kann man da noch schenken? Auch hier droht die Gefahr der Doppelbeschenkung mit Dingen, die schon im h\u00e4uslichen Bestand sind. Dann macht es f\u00fcr mich Sinn, \u00fcber ein Austauschgeschenk f\u00fcr verschlissene Dinge nachzudenken. Ein Ersatz f\u00fcr die durchgewetzte Fu\u00dfmatte vor der Wohnungst\u00fcr, ein sch\u00f6ner Blumen\u00fcbertopf (ggf. samt Inhalt) anstatt der im matten Tontopf dahinwelkenden Zimmerpflanze, ein sch\u00f6nes, farblich passendes Badezimmerset mit Seifenschale und Zahnputzbecher im Austausch gegen die bald rissigen Utensilien vor dem Spiegel. Vorsichtig bin ich hier lediglich bei Dingen, die eine emotionale Bedeutung oder einen Erinnerungswert haben k\u00f6nnten, denn die wollen viele Menschen gar nicht ersetzt bekommen (wir erinnern uns: als Mutter uns als Kind einen neuen Teddyb\u00e4ren kaufen wollte, weil beim alten schon die F\u00fcllung rausguckt).<\/li><li>Was erfahrungsgem\u00e4\u00df immer gut ankommt, sind ess- und trinkbare Geschenke, die sich quasi von selbst verbrauchen und somit nicht dauerhaft die Wohnung zum\u00fcllen. Aber auch dabei versuche ich, bei der Auswahl etwas \u00fcber das Offensichtliche hinaus zu schauen und mich vorher auf jeden Fall zu vergewissern, ob es etwas gibt, das die beschenkende Person gerne konsumiert und wenn ja, was es ist. Sie trinkt gerne Kaffee? Es gibt in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten inzwischen unz\u00e4hlige kleine Handwerksr\u00f6stereien, bei denen man Sorten bekommt, die nicht im Supermarkt stehen. Whisky? Warum immer nur aus Schottland, inzwischen bekommt man im Fachhandel hervorragende deutsche, <a href=\"https:\/\/mackmyra.com\/\">schwedische<\/a>, d\u00e4nische Marken, die den Gaumen der beschenkten Person \u00fcberraschen k\u00f6nnen. Wein? Auch hier: wieso immer nur die bekannten Regionen? Famose neue Gew\u00e4chse sind in Osteuropa zu entdecken: Rum\u00e4nische, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.jacques.de\/weine\/17149\/2019-koncho-und-co-saperavi\/\" target=\"_blank\">georgische<\/a>, ungarische, moldawische Weine k\u00f6nnen auch erfahrene Weintrinker auf neue Pfade locken. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.leoniecorentin.com\/\" target=\"_blank\">Handgemachte Pralinen<\/a> mit genialen experimentellen F\u00fcllungen definieren \u00bbSchokolade\u00ab neu, Br\u00e4nde und Geiste aus Mandeln, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schnapserwachen.com\/produkt\/mohn\/\" target=\"_blank\">Mohn<\/a>, Pistazien, Basilikum, oder Karotten bringen frische Aromen ins Schnapsglas. Geschenke, die zwar auf vorhandene Vorlieben treffen, aber zus\u00e4tzlich auch die Neugierde auf mehr und anderes befeuern, bereiten mir pers\u00f6nlich den gr\u00f6\u00dften Schenkspa\u00df.<\/li><li>Keinen Deko-Kram verschenken, der lediglich als Staubf\u00e4nger dient und dessen einziger Zweck es ist, irgendwo hingestellt oder aufgeh\u00e4ngt zu werden.<\/li><li>Niemals: Kleidung, Schuhe, Parfum, es sei denn, ich bin mir zu 100% sicher.<\/li><li>Nie protzen. Wenn ich Menschen beschenke, die wenig(er) Geld zur Verf\u00fcgung haben, ist das Letzte, was ich durch ein Geschenk ausl\u00f6sen m\u00f6chte, eine \u00bbSchenkschuld\u00ab f\u00fcr etwas materiell ebenb\u00fcrtiges hervorzurufen. Im Zweifel w\u00fcrde ich auch dies offensiv bei der \u00dcbergabe ansprechen. Schenken ist f\u00fcr mich immer geben, nie hoffen auf bekommen. Und ich bin mir auch bewusst, dass viele meiner obigen Gedanken ein gewisses verf\u00fcgbares Budget f\u00fcr die genannten Geschenke voraussetzen. Schenken ist noch unendlich viel schwieriger, wenn man knapp bei Kasse oder arm ist. Leider.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ich bin nicht religi\u00f6s, ich stelle mir keinen pflanzlichen Weihnachtsbaum in die Wohnung, nur ein paar Kerzen. Ich gehe an den Feiertagen nicht in die Kirche und singe und spiele keine (traditionellen) Weihnachtslieder. Was ich an Weihnachten gerne mache, ist mit lieben Menschen Zeit verbringen, viele k\u00f6stliche (und meist selbst zubereitete) Leckereien verspeisen, mit dem einen oder anderen guten Tropfen in Kelch, Glas oder Humpen anzusto\u00dfen \u2013 und zu schenken. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht erscheint manches banal oder selbstverst\u00e4ndlich, was ich hier aufgelistet habe, aber falls es jemandem beim Schenken hilft, freue ich mich. Ebenso freue ich mich \u00fcber Erg\u00e4nzungen, Hinweise (oder auch gegenteilige Ansichten) in den Kommentaren.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7092\" srcset=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/7248A595-D563-4C2C-A386-1B257C72DAD2-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<div class=\"likebtn_container\" style=\"clear:both;\"><!-- LikeBtn.com BEGIN --><span class=\"likebtn-wrapper\"  data-identifier=\"post_7085\"  data-site_id=\"5ec2910b6fd08bbb5dd94e1f\"  data-theme=\"heartcross\"  data-lang=\"de\"  data-show_dislike_label=\"true\"  data-share_enabled=\"false\"  data-counter_frmt=\"period\"  data-tooltip_enabled=\"false\"  data-i18n_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_after_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_after_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_like_tooltip=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike_tooltip=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_unlike_tooltip=\"\u2764\ufe0f entfernen\"  data-i18n_undislike_tooltip=\"\u274c entfernen\"  data-i18n_popup_close=\"schlie\u00dfen\"  data-i18n_popup_text=\"Danke f\u00fcr Deine Bewertung!\"  data-style=\"\"  data-unlike_allowed=\"\"  data-show_copyright=\"\"  data-item_url=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2022\/12\/14\/gib\/\"  data-item_title=\"Gib!\"  data-item_date=\"2022-12-14T13:50:32+01:00\"  data-engine=\"WordPress\"  data-plugin_v=\"2.6.59\"  data-prx=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=likebtn_prx\"  data-event_handler=\"likebtn_eh\" ><\/span><!-- LikeBtn.com END --><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend meiner Studienzeit war ich \u00f6fter im Schrebergarten der Eltern meines Freundes M. zum Grillen zu Gast. 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