{"id":7852,"date":"2023-05-30T23:24:17","date_gmt":"2023-05-30T21:24:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/?p=7852"},"modified":"2023-06-01T20:08:22","modified_gmt":"2023-06-01T18:08:22","slug":"ganz-normal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2023\/05\/30\/ganz-normal\/","title":{"rendered":"Ganz normal"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbKlimbim ist unser Leben und ist es mal nicht wahr, \u2026 dann mach ich mir \u2019nen Schlitz ins Kleid und find\u2019 es wunderbar.\u00ab<\/p>\n<cite>Ingrid Steeger im TItelsong zu \u00bbKlimbim\u00ab<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich bin ich nicht \u00bbfr\u00fchsexualisiert\u00ab worden. Ich wuchs in den 1970er-Jahren auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei uns zu Hause war alles ganz normal. In den ersten B\u00fcchern und Geschichten, an die ich mich erinnern kann, etwa \u00bbGrimms M\u00e4rchen\u00ab, heiratete am Ende immer der Prinz seine Herzensdame, meistens eine andere K\u00f6nigstochter oder ein armes M\u00e4dchen aus dem Volk. Die Schl\u00fcmpfe waren alle in Schlumpfinchen verliebt und Kater Tom bekam regelm\u00e4\u00dfig Stielaugen, wenn er in seinen Trickfilmepisoden eine Katzendame mit Lippenstift und langen Wimpern sah. In Filmen aus den 1960er- oder 1970er-Jahren wie z.B. den Doris-Day-Kom\u00f6dien nannten M\u00e4nner, die in B\u00fcros arbeiteten, ihre erwachsenen Sekret\u00e4rinnen \u00bbmein Kind\u00ab. In anderen Filmen k\u00fcssten M\u00e4nner Frauen, ohne sie vorher zu fragen und bekamen daf\u00fcr eine Ohrfeige. Dann hielt sich der Mann verdutzt die Wange, manchmal wurde er b\u00f6se und sagte zu der Frau sowas wie \u00bbFlittchen\u00ab oder \u00bbSchlampe\u00ab. In klamaukigen Filmen oder Sketch-Shows, zum Beispiel \u00bbV\u00e4ter der Klamotte\u00ab oder \u00bbNonstop Nonsens\u00ab schimpften bisweilen auch die Frauen, wenn die M\u00e4nner ihnen \u2013 meist aufgrund eines tollpatschigen Ausrutschers \u2013 ungewollt zu nahe kamen. So lernte ich schon als Kind die W\u00f6rter \u00bbW\u00fcstling!\u00ab, \u00bbLustmolch!\u00ab und \u00bbSittenstrolch!\u00ab. In der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtu.be\/Tx8x2ZovPEY\" target=\"_blank\">\u00bbBenny Hill Show\u00ab<\/a> war das Prinzip \u00bbunversch\u00e4mte M\u00e4nner, emp\u00f6rte (halbnackte) Frauen\u00ab bei den meisten Sketchen sogar das ganz normale Konzept. Und zwischen 1973 und 1979 lief im Ersten jeden Dienstag zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr im ganz normalen Fernsehprogramm die Sketch-Show <a href=\"https:\/\/youtu.be\/4XNtQa5_ZXs\">\u00bbKlimbim\u00ab<\/a>, in der unter anderem Ingrid Steeger und Elisabeth Volkmann mit tiefen Dekollet\u00e9s und manchmal auch blanken Br\u00fcsten die Deutschen Zuschauer erheiterten.<em> (Update: An die Popsendung \u00bbMusikladen\u00ab habe ich mich nachtr\u00e4glich auch noch erinnert, darin waren freiz\u00fcgige <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtu.be\/sp052_13f3I\" target=\"_blank\">Go-go-T\u00e4nzerinnen<\/a> ein ganz normaler Teil der \u00bbB\u00fchnendekoration\u00ab.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch einvernehmlich wurde in etlichen ganz normalen Spielfilmen \u2013 warum auch nicht? \u2013 ab und zu herumgeknutscht. Sowie die Leidenschaft aber weiter hochkochte, durften sich vorzugsweise die Frauen weiter ausziehen. Mein erster James-Bond-Film im Kino zum Beispiel war \u00bbDer Spion, der mich liebte\u00ab (1977) und auch in dieser Filmreihe, so lernte ich, waren knapp bekleidete Damen in Haupt- und Nebenrollen ein Muss. Dann gab es Filme, die zwar nur f\u00fcr Erwachsene gemacht, aber noch keine echten Pornos waren. Auch daf\u00fcr wurde in den Schauk\u00e4sten der Kinos am Bahnhof und in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, direkt neben den jugendfreien Filmen, geworben: in Augenh\u00f6he hingen Plakate und manchmal auch Szenenfotos f\u00fcr Filme und Filmreihen wie \u00bbEmmanuelle\u00ab, \u00bbSchulm\u00e4dchen-Report\u00ab, \u00bbLa\u00df jucken, Kumpel\u00ab oder \u00bbLiebesgr\u00fc\u00dfe aus der Lederhose\u00ab. Manchmal hingen daneben in den Vitrinen auch Werbefotos f\u00fcr Splatterfilme, etwa \u00bbZombie\u00ab, \u00bbEin Zombie hing an Glockenseil\u00ab oder f\u00fcr Kreuzungen beider Filmgenres wie \u00bbNackt unter Kannibalen\u00ab oder \u00bbNackt und zerfleischt\u00ab. Das war Ende der Siebziger ganz normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Fernsehshows durfte ich auch gucken. Die Showmaster waren eigentlich immer M\u00e4nner: Hans-Joachim Kulenkampff, Wim Thoelke, Peter Frankenfeld, Hans Rosenthal, Frank Elstner, Rudi Carrell, Vico Torriani oder Blacky Fuchsberger. Aber damit sie nicht so alleine auf der B\u00fchne waren, hatten sie fast alle junge l\u00e4chelnde Assistentinnen, die Preise und Requisiten herbeibrachten, den Punktestand ansagten oder die Kandidaten betreuten. Auch sonst waren im Fernsehen die Rollen ganz normal verteilt: die Frauen (Hanni Vanhaiden, Heidrun von Goessel, Sonja Kurowsky, Karin Tietze-Ludwig, Ulla Zitelmann, Elfi von Kalckreuth, Ute Zingelmann) durften als Ansagerinnen das Programm anmoderieren, die M\u00e4nner (Karl-Heinz K\u00f6pcke, Wilhelm Wieben, Werner Veigel, Gerhard Klarner, Heinz Wrobel, Wilhelm St\u00f6ck, Jo Brauner) haben die Nachrichten vorgelesen. Als ich etwa neun oder zehn war, durfte das in der Tagesschau dann aber auch Dagmar Berghoff machen und D\u00e9nes T\u00f6rzs durfte als Mann Sendungen ansagen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeitschriften waren die Frauen ohne Anziehsachen oft daf\u00fcr zust\u00e4ndig, aktuelle Themen und Aufmacher auf den Titelseiten zu bebildern, auch das war ganz normal. Besonders der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/sexismus-klage-emma-vs-stern-angriff-auf-die-maennerpresse-fotostrecke-110395.html\" target=\"_blank\">\u00bbStern\u00ab<\/a> benutzte dazu gerne Frauenk\u00f6rper, sowohl \u00bboben mit\u00ab&nbsp;als auch \u00bboben ohne\u00ab, manchmal auch nur <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.altezeitschriften.de\/4185-medium_default\/stern-heft-nr9-22-februar-1979-raus-aus-diesem-winter.jpg\" target=\"_blank\">Pos<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.altezeitschriften.de\/2129-medium_default\/stern-heft-nr4-19-januar-1978-lieben-ohne-furcht-tadel.jpg\" target=\"_blank\">Br\u00fcste<\/a> oder <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.historische-magazine.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Der_Stern_Illustrierte-1976-01-22-1561x2048.jpg\" target=\"_blank\">Beine<\/a>, doch auch der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/cdn.magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/sp\/1970\/52\/260\" target=\"_blank\">\u00bbSPIEGEL\u00ab<\/a> machte <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/cdn.magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/sp\/1970\/32\/260\" target=\"_blank\">hin<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/cdn.magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/sp\/1974\/46\/260\" target=\"_blank\">wieder<\/a> dabei <a href=\"https:\/\/cdn.magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/image\/title\/sp\/1975\/39\/260\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mit<\/a>. Direkt neben dem \u00bbStern\u00ab lagen in den Kiosken oder in der Bahnhofsbuchhandlung, wo ich mir oft mein \u00bbZack\u00ab- oder \u00bbYps\u00ab-Heft holte, die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.picclickimg.com\/GfQAAOSwTZ1XnwEq\/Kult-Illustrierte-NEUE-REVUE-Nr-29-von-1976-Wenn.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbNeue Revue\u00ab<\/a>, die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.altezeitschriften.de\/5698-large_default\/quick-heft-nr37-2-september-1976-pia-fris-jensen.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbQuick\u00ab<\/a> oder die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zeitschriften-shop.de\/media\/image\/66\/2e\/7f\/praline-1970-34_600x600.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbPraline\u00ab<\/a>&nbsp;und gaben sich meist nicht mal die M\u00fche, ein Titelthema zu benennen, da kamen die (fast) nackten Frauen einfach so bei jedem Heft aufs Cover. Etwa mit 11, 12 gelangten die ersten Ausgaben von \u00bbPop Rocky\u00ab und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bravo-archiv.de\/png\/angebotaufklaerung.png\" target=\"_blank\">\u00bbBravo\u00ab<\/a> in meine Teenagerh\u00e4nde und auch dort waren es meistens die abgebildeten M\u00e4dchen-Fotomodelle die wenig anhatten. Jungs, wie ich einer war, behielten in den Heften ihre Hosen eher an.<\/p>\n\n\n\n<p>Werbung gab es nat\u00fcrlich auch, sowohl im Fernsehen als auch in den schon aufgez\u00e4hlten Zeitschriften. Manchmal lagen die Magazine mit einem schlichten \u00bbLesezirkel\u00ab-Umschlag im Arztwartezimmer herum, aber oft auch bei Verwandten oder zu Hause, dazu die beliebten Fernsehzeitschriften \u00bbGong\u00ab, \u00bbFunk Uhr\u00ab oder \u00bbH\u00f6rzu\u00ab. In manchen der ganz normalen TV-Spots und Anzeigen h\u00fcpften weibliche Nackedeis f\u00fcr die Seifen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wirtschaftswundermuseum.de\/mediapool\/82\/820701\/resources\/big_52231697_0_203-266.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbFa\u00ab<\/a> oder <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wirtschaftswundermuseum.de\/mediapool\/82\/820701\/resources\/19794056.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbAtlantic\u00ab<\/a> durch die Meeresbrandung oder r\u00e4kelten sich darin, auch f\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wirtschaftswundermuseum.de\/mediapool\/82\/820701\/resources\/big_37321535_0_207-268.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbNivea Milk\u00ab<\/a> lie\u00dfen die Frauen in der \u00bbReklame\u00ab die H\u00fcllen fallen. <em>(Vier weitere Anzeigen habe ich noch gefunden, an die ich mich zwar selbst nicht erinnere, die aber aus der gleichen Zeit stammen und in ganz normalen Magazinen f\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vongestern.com\/2018\/11\/scharfer-fernsehen-mit-sony-1975.html\" target=\"_blank\">Fernseher<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vongestern.com\/2017\/02\/zum-ver-naschen-suss-schiesser-1973.html\" target=\"_blank\">Frauenunterw\u00e4sche<\/a>, eine <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vongestern.com\/2017\/01\/calor-waschboy-1977.html\" target=\"_blank\">Mini-Waschmaschine<\/a> oder <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vongestern.com\/2013\/10\/doppelt-gepoppelt-wrangler-1977.html\" target=\"_blank\">Jeans<\/a> warben.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>A propos Kiosk: da gab es nat\u00fcrlich auch Tabakwaren und Alkohol zu kaufen, zwar durfte ich das mit meinen 10 oder 15 Jahren noch nicht tun, wenn ich mir ein Eis oder S\u00fc\u00dfkram holte, aber ich bemerkte sehr wohl, dass neben den Miniflaschen \u00bbUnderberg\u00ab&nbsp;oder \u00bbJ\u00e4germeister\u00ab im Regal \u2013 oder auch in den bisweilen besuchten Landgasth\u00f6fen, z.B. auf Familienfeiern \u2013 manchmal lustig bemalte Lik\u00f6rfl\u00e4schchen mit bunten Schn\u00e4psen namens \u00bbBusengrapscher\u00ab oder <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ballstaedt-kommunikation.de\/wp-content\/uploads\/Schluepferstuermer.jpg\" target=\"_blank\">\u00bbSchl\u00fcpferst\u00fcrmer\u00ab<\/a> angeboten wurden (vermutlich war das dann schon in den fr\u00fchen Achtzigern). Familienfeiern oder Verwandtenbesuche waren es auch, bei denen ich etwa ab dem 12. Lebensjahr regelm\u00e4\u00dfig von Tanten und Onkels gefragt wurde, ob ich denn schon \u00bbeine kleine Freundin h\u00e4tte\u00ab, woraufhin ich immer rot wurde und verneinte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Radio zu Hause in der K\u00fcche liefen ganz normale deutsche Schlager wie \u00bbRote Lippen soll man k\u00fcssen\u00ab (1963) von Cliff Richard, \u00bbDas sch\u00f6ne M\u00e4dchen von Seite eins\u00ab von Howard Carpendale (1970), \u00bbIch liebte ein M\u00e4dchen\u00ab (1970) von Insterburg &amp; Co., \u00bbKomm unter meine Decke\u00ab (1975) von Gunter Gabriel, \u00bbUnd es war Sommer\u00ab (1976) von Peter Maffay, \u00bbIch m\u00f6cht&#8216; der Knopf an deiner Bluse sein\u00ab (1976) von Bata Illic, \u00bbOh, Susi\u00ab von Frank Zander (1976), \u00bbIm Wagen vor mir\u00ab (1977) von Henry Valentino &amp; Uschi oder \u00bbManchmal m\u00f6chte ich schon mit dir\u00ab von Roland Kaiser (1982). Wenn die Eltern im Bekanntenkreis feierten, zum Beispiel zu Anl\u00e4ssen wie Silvester oder Fasching, wurden in den Siebzigern nat\u00fcrlich au\u00dfer Schlagern und \u00bbDisco\u00ab-Hits \u2013 die aber auf englisch gesungen wurden, was ich noch nicht verstand \u2013 oft auch deutsche Stimmungslieder gespielt. Sehr beliebt waren zum Beispiel die schlecht gereimten Gassenhauer \u00bbGoethe war gut\u00ab von Rudi Carrell und \u00bbPolon\u00e4se Blankenese\u00ab von Gottlieb Wendehals, aber auch \u00bbSchmidtchen Schleicher\u00ab <em>(die Frauen f\u00fcrchten sich und fangen an zu weinen)<\/em> und \u00bbUnter dem Schottenrock ist gar nichts\u00ab von Niko Haag. Auch die kennen wohl alle, die in dieser ganz normalen Zeit bei Partys dabeiwaren.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckblickend waren es sonderbare ganz normale anderthalb Jahrzehnte, in denen ich als Kind und Teenager jeden Tag und jede Woche in der Schule, in B\u00fcchern, Zeitschriften, im Radio, im Fernsehen, in der Werbung, in Filmen, in der Verwandtschaft und im Freundeskreis mit den damaligen Rollenklischees, den g\u00e4ngigen Geschlechterbildern, den heteronormativen Standards, den Erwartungen meiner Mitmenschen sowie jeder Menge sexistischer Medieninhalte konfrontiert und davon \u00bbgepr\u00e4gt\u00ab wurde. Aber durch diese Pr\u00e4gung wurde ich nicht automatisch und unausweichlich in dieselbe Form gepresst. Ich entschied bei vielen Dingen schon als junger Mensch selber, was ich gut, lustig, langweilig, uninteressant oder doof fand. Ich \u00e4nderte im Lauf der Zeit meine Meinung zu vielen der genannten Dinge, die mir damals \u00bbnormal\u00ab erschienen, aber dann, in h\u00f6herem Alter und aus heutiger Sicht, fragw\u00fcrdig, unangemessen oder inakzeptabel \u2013 und ich bin froh, dass sich etliches davon inzwischen grunds\u00e4tzlich zum Besseren gewandelt hat. Auch ich habe mich ver\u00e4ndert, verweigert, reflektiert, infragegestellt, orientiert, habe mein eigenes Ich \u2013 f\u00fcr das es in diesen Jahren nirgends ein Bild gab, in dem ich mich repr\u00e4sentiert sah \u2013 gesucht und gefunden, ich habe mir Freir\u00e4ume geschaffen, Selbstbewusstsein gewonnen, bin nach und nach den Weg gegangen, der sich f\u00fcr mich gut und richtig anf\u00fchlt. Ich habe vor 25 Jahren meinen Mann kennengelernt und ihn vor vier Jahren geheiratet. Ich bin geworden, was und wie ich sein will.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz normal.<br \/><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3D_Maennlein-Weiblein-1024x819.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7871\" width=\"880\" height=\"703\" srcset=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3D_Maennlein-Weiblein-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3D_Maennlein-Weiblein-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3D_Maennlein-Weiblein-768x614.jpg 768w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3D_Maennlein-Weiblein.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ich erinnere mich auch noch an dieses (von mir aus dem Ged\u00e4chtnis nachgezeichnete) Figurenp\u00e4rchen, mit dem in kleinen Schwarzwei\u00df-Anzeigen in Zeitschriften der 1970er-Jahre f\u00fcr ein \u00bbLiebestonikum zur St\u00e4rkung der Manneskraft\u00ab geworben wurde. Was immer das auch sein sollte \u2013 ich hatte damals keine Ahnung. Der Name des Produkts ist mir leider entfallen.<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"likebtn_container\" style=\"clear:both;\"><!-- LikeBtn.com BEGIN --><span class=\"likebtn-wrapper\"  data-identifier=\"post_7852\"  data-site_id=\"5ec2910b6fd08bbb5dd94e1f\"  data-theme=\"heartcross\"  data-lang=\"de\"  data-show_dislike_label=\"true\"  data-share_enabled=\"false\"  data-counter_frmt=\"period\"  data-tooltip_enabled=\"false\"  data-i18n_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_after_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_after_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_like_tooltip=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike_tooltip=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_unlike_tooltip=\"\u2764\ufe0f entfernen\"  data-i18n_undislike_tooltip=\"\u274c entfernen\"  data-i18n_popup_close=\"schlie\u00dfen\"  data-i18n_popup_text=\"Danke f\u00fcr Deine Bewertung!\"  data-style=\"\"  data-unlike_allowed=\"\"  data-show_copyright=\"\"  data-item_url=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2023\/05\/30\/ganz-normal\/\"  data-item_title=\"Ganz normal\"  data-item_date=\"2023-05-30T23:24:17+02:00\"  data-engine=\"WordPress\"  data-plugin_v=\"2.6.59\"  data-prx=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=likebtn_prx\"  data-event_handler=\"likebtn_eh\" ><\/span><!-- LikeBtn.com END --><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbKlimbim ist unser Leben und ist es mal nicht wahr, \u2026 dann mach ich mir \u2019nen Schlitz ins Kleid und find\u2019 es wunderbar.\u00ab Ingrid Steeger [&#8230;]<\/p>\n<div class=\"likebtn_container\" style=\"clear:both;\"><!-- LikeBtn.com BEGIN --><span class=\"likebtn-wrapper\"  data-identifier=\"post_7852\"  data-site_id=\"5ec2910b6fd08bbb5dd94e1f\"  data-theme=\"heartcross\"  data-lang=\"de\"  data-show_dislike_label=\"true\"  data-share_enabled=\"false\"  data-counter_frmt=\"period\"  data-tooltip_enabled=\"false\"  data-i18n_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_after_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_after_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_like_tooltip=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike_tooltip=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_unlike_tooltip=\"\u2764\ufe0f entfernen\"  data-i18n_undislike_tooltip=\"\u274c entfernen\"  data-i18n_popup_close=\"schlie\u00dfen\"  data-i18n_popup_text=\"Danke f\u00fcr Deine Bewertung!\"  data-style=\"\"  data-unlike_allowed=\"\"  data-show_copyright=\"\"  data-item_url=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2023\/05\/30\/ganz-normal\/\"  data-item_title=\"Ganz normal\"  data-item_date=\"2023-05-30T23:24:17+02:00\"  data-engine=\"WordPress\"  data-plugin_v=\"2.6.59\"  data-prx=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=likebtn_prx\"  data-event_handler=\"likebtn_eh\" ><\/span><!-- LikeBtn.com END --><\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-von-der-tageskarte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7852"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7901,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7852\/revisions\/7901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}