{"id":9826,"date":"2024-03-16T16:09:15","date_gmt":"2024-03-16T15:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/?p=9826"},"modified":"2024-03-16T16:38:13","modified_gmt":"2024-03-16T15:38:13","slug":"picky-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2024\/03\/16\/picky-1\/","title":{"rendered":"Picky (1)"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist schon eine Weile her, da fragte ich \u2013 damals noch auf Twitter \u2013 in meiner Followerblase nach Inspirationen zu Blogthemen. Einige der eingehenden Vorschl\u00e4ge habe ich schon \u00bbverwurstet\u00ab, andere noch nicht, weil ich noch nachdenke oder mir dazu (noch) nichts Mitteilenswertes einfiel. Und wiederum andere waren mir zu pers\u00f6nlich, sodass ich dar\u00fcber nur ungern \u00f6ffentlich schriebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der Vorschl\u00e4ge hat mich j\u00fcngst wieder angeregt, weil er ein interessantes Denkfeld er\u00f6ffnet, wenn man ihn etwas weitreichender interpretiert. Er lautete urspr\u00fcnglich:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDas Tinder-Syndrom. Was mir nicht sofort gef\u00e4llt (weil es mir ja so \u00e4hnlich ist), will ich gar nicht erst kennenlernen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die einreichende Person habe ich mir leider nicht notiert, sie ist inzwischen auch bei X nicht mehr auffindbar, was man ja auch niemandem verdenken kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Kern geht es bei dem Themenvorschlag um \u00bbpers\u00f6nliche Vorlieben beim Bewerten und Ausw\u00e4hlen von Dingen\u00ab. Ich habe \u00fcber die eingereichte Formulierung gegr\u00fcbelt, denn diese Vorlieben greifen ja nicht nur im Hinblick auf den genannten Vorgang des sehr schnellen, spontanen Ausw\u00e4hlens oder Zur\u00fcckweisens innerhalb einer Serie von Vorschl\u00e4gen, sondern auch bez\u00fcglich anderer Such- und Find-Vorg\u00e4nge. Zudem kann sich eine individuelle Auswahl aus mehreren Optionen ja sowohl online als auch offline vollziehen. Dabei umfasst sie sowohl Dinge, mit denen ich zuf\u00e4llig\/ungewollt konfrontiert werde als auch Auswahlm\u00f6glichkeiten, die ich erst nach einer aktiven\/gezielten Suche erhalte. Bei der Online-Suche z.B. haben etliche Kriterien Einfluss auf die erhaltenen Resultate: Welcher Suchmaschine und damit welchem Suchalgorithmus vertraue ich mich an? Suche ich nur mit Suchmaschine(n) oder auch innerhalb konkreter Websites (Portale, Shops)? Welche Suchbegriffe gebe ich ein? Wie hartn\u00e4ckig bin ich bei der Variation meiner Suchbegriffe oder beim geduldigen Durchbl\u00e4ttern der Ergebnisseiten, wenn die gelisteten Ergebnisse mich auf Anhieb nicht zufriedenstellen? Nach welchen Kriterien entscheide ich mich? Eher abw\u00e4gend und rational oder spontan und emotional? Suche ich eher text- und faktenbasiert oder sind Bilder bzw. Videos f\u00fcr mich wichtig oder sogar unverzichtbar, um mich entscheiden zu k\u00f6nnen? Bin ich experimentierfreudig oder willens, mich \u00fcberraschen zu lassen, auch wenn eine Option eigentlich nicht hundertprozentig meinen \u00fcblichen Vorlieben entspricht? Um welche Dinge geht es <em>\u00fcberhaupt<\/em> \u2013 und w\u00e4hle ich in verschiedenen Lebensbereichen ggf. nach unterschiedlichen Mustern aus \u2013 z.B. beim Dating oder der Partnerwahl, im Bereich Wohnen\/Wohnaccessoires\/M\u00f6bel, der Auswahl von Kleidung und Mode, auf dem Feld Filme\/Musik\/B\u00fccher oder bez\u00fcglich Essen\/Trinken\/Gastronomie?<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Nachdenken stellte ich fest, dass ich in verschiedenen Bereichen unterschiedlich \u00bbpicky\u00ab bin. Ich habe mich bewusst f\u00fcr dieses englische Wort entschieden statt f\u00fcr das deutsche Pendant \u00bbw\u00e4hlerisch\u00ab, weil es f\u00fcr mich eine zus\u00e4tzliche Konnotation enth\u00e4lt. \u00bbPicky\u00ab bedeutet f\u00fcr mich, nicht nur sehr gezielt etwas Gew\u00fcnschtes auszuw\u00e4hlen, sondern auch gleichzeitig, unerw\u00fcnschte Optionen mit leichter Abscheu bis hin zur kategorischen Verweigerung zur\u00fcckzuweisen. In Hamburg sagt man dann, so jemand sei <a href=\"https:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/kr%C3%BCsch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00bbkr\u00fcsch\u00ab<\/a>, das beinhaltet neben w\u00e4hlerisch auch m\u00e4kelig, kaprizi\u00f6s, schwer zufriedenzustellen, heikel, eigenwillig oder zimperlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am ambivalentesten ist meine Kr\u00fcschheit (Kr\u00fcschigkeit? Kr\u00fcschness? Kr\u00fcschit\u00e4t?) beim <strong>Essen<\/strong>. Einerseits gibt es nur wenige herk\u00f6mmliche Zutaten oder Gerichte, die ich kategorisch verschm\u00e4he, weil sie mir nicht schmecken oder mir davor graust. Andererseits bin ich aber auch offen f\u00fcr Neues und Unbekanntes. Die Top 3 meiner Verschm\u00e4hungen sind 1.: pure rohe Zwiebeln (z.B. als Ringe auf Mettbr\u00f6tchen), 2.: gekochtes und daher labberiges Fett (z.B. als Eisbein oder gekochte H\u00fchnerhaut im Frikassee) und 3.: einige Arten von Innereien bzw. Fleischsorten (z.B. Lunge, Herz, Hirn, Euter, Kutteln usw., Leber hingegen ist okay). Daneben gibt es Lebensmittel, die ich meide, weil ich ihre Inhaltsstoffe nicht (\u00fcberm\u00e4\u00dfig) zu mir nehmen m\u00f6chte oder sie mir geschmacklich oder sensorisch missfallen. So kaufe und konsumiere ich etwa m\u00f6glichst wenig industriell verarbeitete Lebensmittel mit Zucker, also keine Limonaden, Fruchtsaftgetr\u00e4nke\/-nektare, Bonbons, Fruchtgummis, Marmeladen, Kuchen\/S\u00fc\u00dfgeb\u00e4ck, Schokoriegel, Fruchtquarks\/-joghurts oder andere Fertigdesserts. Dunkle Schokolade esse ich gerne, ebenso ab und zu gutes Speiseeis und hin und wieder ein St\u00fcck hausgebackenen Kuchen von mir oder einer passionierten Konditorei. Ich meide Schlagsahne mit dem Zusatz Carrageen, einerseits weil ich es <em>liebe<\/em>, wenn sich bei Sahne obenauf dick der Rahm absetzt, andererseits weil die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carrageen#Forschung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nebenwirkungen<\/a> dieses Zusatzes noch ungekl\u00e4rt sind. Ich mag keine k\u00fcnstlichen S\u00fc\u00dfstoffe, einerseits ebenfalls aufgrund ihrer <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/76974\/Kuenstliche-Suessungsmittel-Bisherige-Studien-zeigen-eher-Nachteile-fuer-die-Gesundheit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nachteile und damit verbundener Krankheitsrisiken<\/a> und andererseits, weil damit versehene Lebensmittel meist genauso ekelhaft \u00fcbers\u00fc\u00dft werden wie ihre zuckerhaltigen Pendants. Auch der nat\u00fcrliche S\u00fc\u00dfstoff Stevia schmeckt mir nicht, ich finde ihn flach und bitter, ich habe mich \u00fcberm\u00e4\u00dfiger S\u00fc\u00dfe generell entw\u00f6hnt und das kann gerne so bleiben. Lediglich zum Abschmecken am eigenen Herd und zum gelegentlichen Kuchenbacken halte ich einen kleinen und sehr langlebigen Vorrat an Honig, Ahornsirup und Rohrzucker vor. Konservierungsstoffe versuche ich ebenfalls zu umgehen, sie beeintr\u00e4chtigen f\u00fcr mein Empfinden oft sp\u00fcrbar den Geschmack. Am schlimmsten finde ich das bei Fertigsalaten aus der K\u00fchltheke. Die sind einerseits auch sehr oft unfassbar gezuckert (z.B. Farmersalat) und andererseits mit s\u00e4uerlich schmeckenden Stoffen zur Haltbarmachung wie Sorbin- und Benzoes\u00e4ure versehen. Ich \u00e4rgere mich regelm\u00e4\u00dfig in Restaurants \u00fcber dargereichte Salatsch\u00e4lchen (z.B. Cole Slaw) oder Dips, bei denen ich sofort herausschmecken kann, dass die \u00bbaus dem Eimer\u00ab kommen und lasse diese Beilagen nach dem Kosten kategorisch stehen. Es gibt auch ein oder mehrere Bindemittel, die in Salaten oder Saucen zu einer Art \u00bbschleimiger S\u00e4migkeit\u00ab f\u00fchren, die ich trotz ihres neutralen Geschmacks, allein vom Mundgef\u00fchl her, widerlich finde. Ich bin noch unsicher, welche Zutat(en) daf\u00fcr verantwortlich sind, aber ich hatte mir neulich f\u00fcr die eigene K\u00fcche aus Lowcarbgr\u00fcnden zum Ausprobieren das Bindemittel Johannisbrotkernmehl gekauft und die Textur der damit angedickten Sauce fand ich so entsetzlich, dass ich das Pulverglas sofort entsorgte. Ich binde eigene Saucen fast nie, mit einer p\u00fcrierten Zwiebel- oder Gem\u00fcsebasis, durch Einkochen, Legieren mit Ei oder kalter Butter werden sie meist auch ohne Zus\u00e4tze cremig genug. Und wenn alles nichts hilft, greife ich zur guten alten Mais- oder Kartoffelst\u00e4rke.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Supermarkt sieht man mich demnach sehr oft vor Regalen stehen und auf den Etiketten akribisch die Zutatenlisten und N\u00e4hrwertangaben lesen. Als ich k\u00fcrzlich etwa eine \u00bbBarbecue-Sauce\u00ab als Topping f\u00fcr Pulled Pork mit Waldorfsalat suchte, schwankte der Zuckergehalt in den angebotenen Varianten zwischen 13 und \u00fcber 30 Gramm pro 100 ml. Man m\u00f6ge raten, welche ich kaufte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Restaurants habe ich weniger Zugriff auf die verarbeiteten Inhaltsstoffe, hier muss meine Kr\u00fcschigkeit die Speisekarte als Indiz hinzuziehen. Am skeptischsten bin ich gegen\u00fcber Imbissen mit Selbstanpreisungen wie \u00bbPizza, Pasta, Gyros, Indisch, Sushi\u00ab. Wer alles k\u00f6nnen will, kann meist nichts davon wirklich gut. Auch mit asiatischen Restaurants mit \u00bbmodularem\u00ab Angebotskonzept \u00bbHuhn s\u00fc\u00dfsauer, Ente s\u00fc\u00dfsauer, Rind s\u00fc\u00dfsauer, Schwein s\u00fc\u00dfsauer\u00ab suggerieren oft eine Vielfalt, die sich eher in rein mathematischem Kombinationsreichtum ersch\u00f6pft statt in Qualit\u00e4t und kulinarischer Hingabe. Um Restaurants, die \u00bbXXL-Portionen\u00ab&nbsp;zu unfassbar g\u00fcnstigen Preisen anbieten, mache ich ebenfalls gern einen Bogen, denn nur wer billigst und damit minderwertig einkauft, kann solcherlei rentabel auftischen. Sehr, sehr selten g\u00f6nne ich mir hingegen tats\u00e4chlich mal einen Burger bei McDonald\u2019s oder einen Whopper mit K\u00e4se bei Burger King. Die schlonzigen Umamibomben haben trotz aller \u00f6kotrophologischen Bedenken immer noch was f\u00fcr sich. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei Restaurants, die mich ansprechen, bin ich als Gast hingehen eher neugierig als kr\u00fcsch. Wenn ich etwas auf der Karte noch nicht kenne, eine bislang unbekannte L\u00e4nderk\u00fcche, eine zentrale Zutat, eine mir fremde Zubereitung oder ein nie gekostetes Gericht, probiere ich gerne etwas Neues aus. Viele famose Speisen, die ich danach immer wieder bestellte oder sogar inzwischen zu Hause nachkoche, habe ich so entdeckt. Die Entt\u00e4uschungen oder neu entdeckten Aversionen aufgrund dieser Neugier blieben bislang ausgesprochen \u00fcberschaubar.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Getr\u00e4nkevorlieben beschr\u00e4nken sich auf Wasser (meist Leitung, selbsgesprudelt), unges\u00fc\u00dften Kaffee, unges\u00fc\u00dften Tee (unaromatisiert schwarz\/gr\u00fcn\/Kr\u00e4uter), Milch\/Hafermilch, (Craft) Biere und gute trockene rote sowie wei\u00dfe Weine, gelegentlich einen guten hochprozentigen Absacker wie Br\u00e4nde\/Geiste, Whisk(e)y, Cognac, Rum oder Grappa. Keine Cola, keine anderen Softdrinks, h\u00f6chstens mal alle Jubeljahre einen Gin Tonic oder Campari Soda. Zum Feiern darf es zudem auch mal Prosecco, Sekt, Cremant oder Champagner sein, aber immer m\u00f6glichst trocken, bitte. Jagen kann man mich mit Lik\u00f6ren, Bubble Tea, durch Sirup oder andere Zus\u00e4tze aromatisierte Tee- und Kaffeesorten, Energydrinks, flachem und langweiligen Supermarktbier und lieblichen Weinen jedweder Couleur.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinem Kr\u00fcschheitsranking auf Platz zwei kommen vermutlich <strong>M\u00f6bel und Gebrauchsgegenst\u00e4nde<\/strong>. Ich mag gut designte Dinge. Dinge, die nicht trendy oder modisch sind, sondern schick, ergonomisch, benutzerfreundlich, zweckm\u00e4\u00dfig und langlebig. Dinge, die die Aufgabe, die sie erf\u00fcllen sollen, hervorragend meistern, die keinen Verdruss durch Unzul\u00e4nglichkeiten beim Handhaben oder Benutzen bereiten und die mich jedesmal erg\u00f6tzen, wenn ich sie anschaue oder gebrauche. Ich hasse geplante Obsoleszenz, bitte her mit Regularien und Gesetzen, die festlegen, dass Dinge m\u00f6glichst lange halten und bei einem technischen Defekt jederzeit reparierbar sein sollten. Abnutzung, die einen Neukauf erfordert, ist nat\u00fcrlich nicht vermeidbar, aber \u00fcberm\u00e4\u00dfig schnelle Abnutzung bestimmt. Ich erinnere mich noch gut an einen <a href=\"https:\/\/ifdesign.com\/de\/winner-ranking\/project\/kugelschreiber-pelikan-no-1\/11621\">Designkugelschreiber von Pelikan<\/a>, der Anfang der 1980er auf den Markt kam und damals ein ziemlich \u00bbhei\u00dfer Schei\u00df\u00ab war, sowohl weil er so spacig aussah als auch weil er von dem damals sehr angesagten \u00bbStardesigner\u00ab <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luigi_Colani\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Luigi Colani<\/a> entworfen worden war. In den folgenden Monaten und Jahren sah ich diesen Kuli im Besitz etlicher Menschen auf dem Tisch liegen und mir fiel auf, dass bei der Mehrzahl dieser Stifte der Clip abgebrochen war. Offensichtlich war Herr Colani davon ausgegangen, dass die Besitzer und Nutzer seines futuristischen Schreibger\u00e4ts den Clip ausschlie\u00dflich bestimmungsgem\u00e4\u00df einsetzen, n\u00e4mlich um den in eine Schul-, Akten- oder Brusttasche eingesteckten Stift verrutschsicher am Rand zu fixieren. Was der Stardesigner wohl nicht bedacht hatte, war, dass sehr viele Menschen, wenn sie gerade nicht mit einem Kuli schreiben, mit dem Ger\u00e4t spielen und dazu geh\u00f6rt auch, mit dem Daumen unter dem Clip hin und her zu fahren. Das hat den feinen, wenn auch elastischen Kunststoffsteg am Kopf des Stiftes sehr oft \u00fcberbeansprucht und so brach der Clip eben auff\u00e4llig h\u00e4ufig ab, was der eleganten Linienf\u00fchrung leider nicht zugute kam. Ich finde, gutes Design sollte daher nicht nur einem m\u00f6glichst angenehmen und effizienten Gebrauch dienen, sondern auch in gewissem Rahmen einen Missbrauch oder eine Fehlbedienung mit einkalkulieren und diese tolerieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mir neue M\u00f6bel kaufe, kann ich bei der Recherche Tage und Wochen im Internet mit Recherche verbringen. Ich nutze dazu oft die Google-Bildersuche. Selbst wenn ein Bild, auf dem mir ein M\u00f6belst\u00fcck gef\u00e4llt, nicht direkt von einem Hersteller oder Anbieter stammt, so ist doch das (reale) Foto ein Beweis daf\u00fcr, dass dieser Gegenstand irgendwo industriell produziert und verkauft worden war. Was fotografiert wurde, sollte man auch kaufen k\u00f6nnen. Manchmal erfuhr ich im Text zu einem Bild, wie das Produkt genannt wurde, wie die Marke oder der Hersteller hei\u00dft oder ob es einen g\u00e4ngigen Gattungs- oder Suchbegriff dazu gibt, den ich bis dahin nicht kannte. So konnte ich oft nachfolgend meine Suche erweitern und verfeinern und landete nicht selten bei einem Anbieter, der es tats\u00e4chlich zum Kauf anbot. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch von meinen M\u00f6beln erwarte ich Langlebigkeit und eine gewisse Zeitlosigkeit. In meinem Wohnzimmer steht noch immer mein erster eigener Couchtisch mit matt lackierter MDF-Platte und Gummirollen. Man kann ihn beim Staubsaugen einfach an die Seite rollen und auf einer zweiten Ebene unterhalb der Tischplatte \u00bbZeug\u00ab&nbsp;ablegen, das obenauf st\u00f6ren w\u00fcrde. Mein schlichter, schwarzer Kleiderschrank mit Lamellent\u00fcren im Schlafzimmer ist ebenfalls seit Jahrzehnten derselbe. Sicher k\u00f6nnte ich mir einen gr\u00f6\u00dferen kaufen, aber ich mag es auch, dass mich sein begrenztes Volumen dazu anh\u00e4lt, ihn regelm\u00e4\u00dfig auszumisten bzw. mir nicht unn\u00fctz neue Kleidung zu kaufen, die meinen Stauraum sprengt. Mein ebenfalls schwarzes h\u00f6lzernes Bett k\u00f6nnte zwar mal einen neuen Anstrich vertragen, aber die Form \u2013 eine Mischung aus einem flachem Futongestell und einem normalem Bettrahmen, mit einem breiten umlaufenden Sims, auf dem man (statt auf einem Nachttisch) sehr gut B\u00fccher oder das Smartphone ablegen kann \u2013 gef\u00e4llt mir nach wie vor. Am ehesten w\u00fcrde ich es wohl gegen ein neues Bett austauschen, wenn sich abzeichnete, dass ich aus dieser sehr tiefliegenden Bettstatt beim Aufstehen aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr hochkomme. Mit Mitte F\u00fcnfzig bin ich \u00fcberdies ganz n\u00fcchtern auch an einem Punkt angekommen, an dem ich ein neues, dann auch gern etwas teureres M\u00f6belst\u00fcck mit dem Hintergedanken suche und ausw\u00e4hle, dass es vielleicht die letzte Anschaffung dieser Art in meinem Leben sein k\u00f6nnte, da mir unver\u00e4ndert daran liegt, dass es mir genauso lange gef\u00e4llt und halten wird, wie meine M\u00f6bel, die ich zuvor ausgew\u00e4hlt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich Gebrauchsgegenst\u00e4nde brauche, sind die \u00bbFarbkonzepte\u00ab in meiner Wohnung, die ich in einem fr\u00fcheren Blogbeitrag als <a href=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2020\/05\/30\/fimmel\/\" data-type=\"post\" data-id=\"3472\">\u00bbFimmel\u00ab<\/a> bezeichnete, \u00fcber Design und Langlebigkeit hinaus, f\u00fcr mich ein wichtiges und manchmal ziemlich zeitaufwendiges Suchkriterium. Ich brauche eine Gie\u00dfkanne f\u00fcr die Zimmerpflanzen, die auf der Fensterbank im Schlafzimmer stehen? Dann muss sie genau dasselbe dunkle Violett haben wie die Vorh\u00e4nge am gleichen Fenster. Mir fehlt ein Seifenspender f\u00fcrs Bad? Ich kremple das Internet um nach einem, der nicht nur schick, sonder auf jeden Fall auch k\u00f6nigsblau sein muss. In der K\u00fcche wird ein neuer Pfannenwender ben\u00f6tigt? Da fast alles in der K\u00fcche gr\u00fcn ist, w\u00e4re ein Werkeug in einer anderen Farbe inakzeptabel. Diese Schrulle kostet mich zwar Zeit, aber immerhin nicht zwingend mehr Geld, und das Gef\u00fchl der Zufriedenheit, das ich hinterher beim Verwenden und Anschauen habe, wiegt diese M\u00fche f\u00fcr mich jedesmal auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Puh \u2013 ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass mir so viel zum Pickysein einf\u00e4llt. Deshalb mache ich hier erstmal einen Cut und widme mich den weiteren Kr\u00fcschfeldern in einem separaten Blogbeitrag. Es fehlen noch die Bereiche Dating und Partnerwahl, Kleidung und Mode und der Kulturbereich mit Filmen, Serien, Musik und B\u00fcchern. Tats\u00e4chlich bin ich selber auch ein bisschen gespannt, was mir dazu beim Nachdenken noch einfallen wird.<br \/><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9832\" srcset=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/picky_1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Qual der Wahl (Symbolbild).<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"likebtn_container\" style=\"clear:both;\"><!-- LikeBtn.com BEGIN --><span class=\"likebtn-wrapper\"  data-identifier=\"post_9826\"  data-site_id=\"5ec2910b6fd08bbb5dd94e1f\"  data-theme=\"heartcross\"  data-lang=\"de\"  data-show_dislike_label=\"true\"  data-share_enabled=\"false\"  data-counter_frmt=\"period\"  data-tooltip_enabled=\"false\"  data-i18n_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_after_like=\"gern gelesen\"  data-i18n_after_dislike=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_like_tooltip=\"gern gelesen\"  data-i18n_dislike_tooltip=\"gefiel mir nicht\"  data-i18n_unlike_tooltip=\"\u2764\ufe0f entfernen\"  data-i18n_undislike_tooltip=\"\u274c entfernen\"  data-i18n_popup_close=\"schlie\u00dfen\"  data-i18n_popup_text=\"Danke f\u00fcr Deine Bewertung!\"  data-style=\"\"  data-unlike_allowed=\"\"  data-show_copyright=\"\"  data-item_url=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/2024\/03\/16\/picky-1\/\"  data-item_title=\"Picky (1)\"  data-item_date=\"2024-03-16T16:09:15+01:00\"  data-engine=\"WordPress\"  data-plugin_v=\"2.6.59\"  data-prx=\"https:\/\/www.formschub.de\/blog\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=likebtn_prx\"  data-event_handler=\"likebtn_eh\" ><\/span><!-- LikeBtn.com END --><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon eine Weile her, da fragte ich \u2013 damals noch auf Twitter \u2013 in meiner Followerblase nach Inspirationen zu Blogthemen. 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