Bücherfragebogen [♂] – 12

12 Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast
Da entscheide ich mich spontan für „Hartmut und ich” von Oliver Uschmann, das ich während eines Dänemarkurlaubs von einem mitreisenden Freund empfohlen und auch gleich ausgeliehen bekam. Es gibt ja immer wieder so „Wellen” in der populären Literatur. Eine der ersten war die Welle der „witzig-modernen Frauenromane”: „Beim nächsten Mann wird alles anders” von Eva Heller ebnete den Weg für eine ganze Serie ähnlicher Bestseller von Hera Lind („Das Superweib”), Gaby Hauptmann („Suche impotenten Mann fürs Leben”), Amelie Fried („Traumfrau mit Nebenwirkungen”) oder Helen Fielding („Das Tagebuch der Bridget Jones”). Und so kann man auch dieses Buch inmitten einer Reihe ähnlich getakteter Werke sehen – nennen wir sie „lakonisch-chaotische Männer-erwachsenwerd-Romane” wie „Herr Lehmann” von Sven Regener, „Vollidiot” von Tommy Jaud, „Fleisch ist mein Gemüse” von Heinz Strunk oder „Dorfpunks” von Rocko Schamoni.
Worum geht es? Hartmut und der namenlose Ich-Erzähler leben in einem ziemlich heruntergekommenen Bochumer Mietshaus auf 120 qm in einer Zweier-Männer-WG. „Ich” arbeitet als Packer für einen Paketdienst, Hartmut studiert Philosophie. Beide lieben ihre Playstation, Wannenbäder und „Pommes Spezial”. Das Buch erzählt dabei keine durchgehende Romanhandlung, sondern eine Serie in sich abgeschlossener kurzer Episoden hauptsächlich rund um die ungewöhnlichen Ideen und Initiativen Hartmuts, die das Leben in der ohnehin schon chaotischen Konstellation zusätzlich durcheinanderbringen. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und manchmal herzhaft gelacht, ein Buch, das niemandem wehtut und durchaus geeignet ist, sich im Urlaub oder in Alltagspausen zu zerstreuen. Sascha Lobo pflegt in seinem Debütroman „Strohfeuer” – so empfand ich es während einer seiner Lesungen daraus – einen durchaus ähnlichen Stil. Keine hohe Literatur, aber ein okayes Buch.
Der komplette Fragebogen im Überblick.
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