Bücherfragebogen [♂] – 28

Stimmt, den angefangenen Bücherfragebogen gibt’s ja auch noch. Ich merke allerdings, dass es mir schwerfällt, einige der noch verbliebenen 10 Fragen zu beantworten – teils, weil mir dazu so viel einfällt, dass ich kaum wüsste, wie ich die Fülle der Gedanken in einem Blogartikel unterbringen soll, teils, weil ich Mühe habe, überhaupt eine Antwort zu finden. Aber Bangemachen gilt nicht, darum geht es heute hiermit weiter:
28. Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
Ganz klarer Favorit: Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien in der grandiosen, opulenten, effektreichen, epischen Verfilmung von Peter Jackson aus den Jahren 2001–2003. Ich besitze die Trilogie in Buchform nicht selbst, hatte sie seinerzeit während der Oberstufe aus der Schulbibliothek meines Gymnasiums entliehen und nahezu auf einen Streich verschlungen – gefolgt von der Vorgeschichte, „Der kleine Hobbit”. Kurz nach der Lektüre sah ich damals im Kino eine Wiederaufführung des 1978 entstandenen ersten Versuchs einer Verfilmung des amerikanischen Regisseurs Ralph Bakshi. Die Mischung aus verfremdetem bzw. nachgezeichnetem Realfilm (Rotoskopie) und neu gezeichneten Trickfilmsequenzen empfand ich als Enttäuschung. Die Bilder auf der Leinwand hatten mit denen in meinem Kopf nichts gemeinsam. Darüber hinaus endet die Handlung des Films kurz vor dem Schluss des ersten Bandes der Trilogie, die Fortsetzung wurde später nur im US-Fernsehen gezeigt.
Peter Jackson kannte ich als Regisseur schon vor seinem Durchbruch, wenn auch als Schöpfer der ziemlich kruden Trash-(Splatter-)Produktionen „Meet the Feebles” und „Braindead”, an denen ich als bekennender Freund unterhaltsamer Horrorfilme nicht vorbeikam. Beide Werke befinden sich teils deutlich jenseits der Grenze des guten Geschmacks (machen aber Fans des Genres nichtsdestotrotz Spaß). Um so neugieriger machte mich die Ankündigung einer derart monumentalen, eher auf ein Mainstream-Publikum zielenden Filmproduktion Jacksons. Und sicher war ich dann, als es endlich soweit war, nicht der Einzige, der nach jedem der mehrstündigen Epen greinend das Kino verließ, weil die Wartezeit auf die Fortsetzung dieses Meisterwerks so endlos in der Zukunft liegen sollte. Ich habe bis heute keinen Film mit so viel Liebe zum Detail in der Ausstattung, einer so treffenden Besetzung, so grandiosen (Landschafts-)Kulissen, so famosen Masken und Kostümen und so gleichermaßen beeindruckenden wie sich der Handlung unterordnenden Special-Effects gesehen – obwohl der Kinostart des ersten Teils nun schon zehn Jahre her ist. Sicher sieht man den damals bahnbrechenden CGI-Sequenzen – z. B. jenen mit Gollum – ihren Stand der Technik aus heutiger Sicht an, aber das mindert weder den Unterhaltungswert noch die Faszination dieses Werkes. Bleibt zu hoffen, dass diejenigen, die noch vor dem Buch mit dem Film in Kontakt kommen und kamen, dadurch nicht von der Lektüre des Originals abgehalten werden. Denn das lohnt es sich auf jeden Fall trotzdem zu lesen.
Unter meinen weiteren Favoriten an Literaturverfilmungen befinden sich vergleichsweise viele Stephen-King-Adaptionen, allen voran diejenige der fantastischen Geschichte „Der Nebel” – im Original kein Roman, sondern eine etwa 190 Seiten umfassende Novelle. Das – in der geschriebenen Vorlage so nicht enthaltene – Ende gehört zum gleichzeitig genialsten und beklemmendsten, was ich je in einem Film sah (wer die Chance hat, die vom Regisseur favorisierte Schwarzweißfassung zu sehen, sollte sie der farbigen auf jeden Fall vorziehen!).
Auch „Carrie” (1976, Regie: Brian de Palma, mit Sissy Spacek, Piper Laurie und dem jungen John Travolta), „Christine” (1983, Regie: John Carpenter), „The Dead Zone” (1983, Regie: David Cronenberg, mit dem genialen Christopher Walken), „Der Feuerteufel” (1984, Regie: Mark L. Lester, mit der damals 6jährigen Drew Barrymore), „Shining” (1980, Regie: Stanley Kubrick, mit Jack Nicholson) und „Friedhof der Kuscheltiere” (1989, Regie: Mary Lambert) halte ich für Umsetzungen, die den geschriebenen Vorlagen vollauf gerecht werden, wenngleich es mich mit der Zeit ziemlich strapazierte, dass nahezu jeder Regisseur dieser und weiterer Stephen-King-Verfilmungen es für nötig hielt, am Ende des Films einen „Shock Twist” (YouTube-Link zur Schlusssequenz aus Carrie) einzubauen, um den Zuschauern per Paukenschlag einzubläuen, dass das eben noch besiegte Böse mitnichten schon tot ist. Aber so kann das Böse auf Dauer auch ganz schön rumnerven.
Der komplette Fragebogen im Überblick.
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