Bücherfragebogen [♂] – 16


16 Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Wie schon bei der ähnlich formulierten Frage 15 nehme ich mir die Freiheit, das Regal für diese Positionsangabe selbst auszuwählen – und finde an der angegebenen Position … ein Taschenbuch: „Geschnitten oder am Stück?“ von Elke Heidenreich, damals alias Else Stratmann, aus dem Jahr 1986.
Elke Heidenreich erschuf die Kunstfigur und von ihr selbst verkörperte Rolle der „Metzgersgattin aus Wanne-Eickel“ 1975, zunächst fürs Radio. Bei den Sendern WDR 2 und SWF 3, später auch im Fernsehen, zog sie in herrlich schnoddrigen Monologen über das Tagesgeschehen, Politik, Promis und gekrönte Häupter her. 1987 machte Elke Heidenreich „Schluss“ mit Else Stratmann und wandte sich anderen literarischen Themen zu. Der Rowohlt-Verlag veröffentlichte ab 1984 insgesamt vier Taschenbücher mit den gesammelten Kolumnen der Ruhrpottikone: „Darf’s ein bißchen mehr sein? – Else Stratmann wiegt ab“, „Geschnitten oder am Stück? – Neues von Else Stratmann“ (s.o.), „Mit oder ohne Knochen? – Das Letzte von Else Stratmann“ und „Datt kann donnich gesund sein – Else Stratmann über Sport, Olympia und Dingens …“. Bei mir im Bücherregal stehen sie alle in den Erstauflagen aus den Achtzigern, und eins davon als neuntes von rechts …
Für alle, die Else Stratmann nicht kennen: Der YouTube-User vinterhjerte hat ein rundes Dutzend Audioclips von und mit Else Stratmann/Elke Heidenreich hochgeladen, und auf der Website des Rowohlt-Verlages wird die eine oder andere Leseprobe im PDF-Format aus den nach wie vor erhältlichen Buchbänden angeboten.
Weil Elke Heidenreich keine neuen Texte ihres damaligen Alter Ego mehr nachschiebt, tröste ich mich inzwischen durchaus angemessen mit der Lektüre des famosen Blogs ihrer Dialektgenossin Ingeborch Schubiak, die sich beim WAZ-Webportal Der Westen ihre Weltsicht von der Seele schreibt. Vielleicht irgendwann auch mal in Buchform?
Der komplette Fragebogen im Überblick.
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Foto: © formschub.de

2 Kommentare

  1. Mensch, die Stratmann hab ich auch gemocht, damals. Aber immer nur im Radio gehört, gelesen nie. Ein Youtube-Besuch bei der Lady ist wie eine Zeitreise …
    danke für die Links
    Nessa

    1. Irgendwann musste man sie gehört haben, sonst hätte man ja beim Lesen nicht die Stimme im Kopf dazu parat gehabt – das machte die geschriebenen Texte eigentlich erst perfekt.
      Und neue Wörter hab ich bei Else auch gelernt. „Schlüffkes” zum Beispiel (Hauspantoffeln).

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