Jahresrückblick 2012

Über Weihnachten und Neujahr war die „To-Do-Liste“ mal ein paar Tage ausgesetzt, daher schob ich diesen aufwendigeren Blogartikel bewusst etwas vor mir her. Doch da die erste Jahreswoche noch nicht rum ist, erlaube ich mir mal, etwas nachträglich Bilanz zu ziehen.

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Egal. Ich fühl mich super.

Haare länger oder kürzer?
Gleichbleibend kurz, mit Tendenz zum Ultrakurzen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Es mehren sich Anzeichen für eine spürbare Kurzsichtigkeit. Ein Augenarzttermin für Januar 2013 steht ganz oben auf der To-Do-Liste. Bei meiner Eitelkeit wird die Brillenauswahl sicher Wochen dauern …

Mehr Kohle oder weniger?
Weniger. Seit Januar 2012 bin ich mit zwei Partnern selbstständig, zwar mit Festgehalt, aber deutlich reduziert. Da half das Ersparte zunächst sehr, über die Runden zu kommen. Aber es geht bergauf.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für „Zeug“ wie DVDs, CDs, Technik-Gadgets, Klamotten. Mindestens genausoviel wie letztes Jahr für Essen (und Trinken), wenn nicht sogar mehr. Aber ist ja für ’nen guten Zweck …

Mehr bewegt oder weniger?
As bewegt as it gets. Gekündigt (November 2011), eine eigene Agentur gegründet. Jede Menge neue Leute kennengelernt, beruflich wie privat. Erfahrungen mit der Selbstständigkeit gesammelt. Verantwortung übernommen. Sich was getraut. Gereift. Selbstbewusster geworden. Fühlt sich gut an.

Der hirnrissigste Plan?
Einen „Plan“ gab’s nicht. Trotzdem sollte man Zimmerkamine nicht unbeaufsichtigt lassen. Nicht eine Minute.

Die gefährlichste Unternehmung?
Siehe „Der hirnrissigste Plan“.

Der beste Sex?
… ist immer der, bei dem man hinterher eine Weile braucht, um rauszufinden, wo man jetzt gerade ist und was man eben kurz vorher gemacht hat.

Die teuerste Anschaffung?
Ersetze ich mal durch „Die kostspieligste Investition“ – mein Anteil an der finanziellen Einlage zur eigenen GmbH.

Das leckerste Essen?

Weitere besuchenswerte Restaurants 2012:

Eigentlich schmeckt’s meistens. Besonders, wenn die Freunde auch noch alle gut kochen können.

Das beeindruckendste Buch?
Friedrich Torberg, „Die Tante Jolesch“ (ein Tipp von der Kaltmamsell). Großer Spaß.
Insgesamt aber wieder viel zu wenig gelesen, meistens „häppchenlesbare“ Bücher, die ich abends kurz vorm Schlafengehen nochmal zur Hand nehmen kann, etwa Max Goldts „Die Chefin verzichtet“, Gedichtbände, Bücher mit kurzen Episoden eines Autors ( 1 | 2 ) oder Anthologien.

Der ergreifendste Film?
Ich hinke ja aufgrund meiner Saalquatscherphobie dem Kinoprogramm stets leicht hinterher und schaue Filme lieber im DVD-Heimkino. Trotzdem wagte ich auch ein paar Mal den Ausflug in den Kinosaal. Auf jeden Fall war 2012 für mich das Jahr, in dem gute Serien mich mindestens ebenso sehr fesselten wie Filme.

Meine Top 3

Gutes Popcornkino

  • Planet der Affen Prevolution
  • Source Code
  • The Thing
  • Men In Black 3
  • Prometheus

Serienfavoriten

  • Breaking Bad
  • Six Feet Under
  • Walking Dead
  • Rome
  • Fringe

Die beste CD?
„50 Words for Snow“ von Kate Bush, „Be Strong“ von The 2 Bears, „Thousand Mile Stare“ von Chicane, „Mein Herz Brennt“ mit klassisch ganz famos aufbereiteten Liedern von Rammstein (sic!), „SSSS“ – eine „Reunion“ der Depeche-Mode Urväter Vince Clarke und Martin Gore.
Für mich neu entdeckte Künstler anhand von Einzeltiteln waren u.a. Androcell („Neurosomatic Circuit“), Bon Iver („Holocene“, „Flume“), FC Kahuna („Machine Says Yes“), GusGus („Hateful“, „Changes Come“), Index ID („Windschatten“), Joey Fehrenbach („Behold“), Koan („Winged Knights“), Pomplamousse („Bust Your Knee Caps“, „Nature Boy“), Saru („Decompression“), Skizzy Mars („Colours“, „Houdini“), Stempf („Kraftfutter“), Trentemøller („Marble Shade“, „Kink“, „Prana“, „Physical Fraction“) und Xploding Plastics („Kissed By A Kisser“). Die verlinke ich jetzt aber nicht alle einzeln …

Das schönste Konzert?
Das Highlight 2012 war die „Parsifal“-Inszenierung von Stefan Herheim bei den Bayreuther Festspielen. Alle drei Aufzüge sind bei YouTube in voller Länge in HD verfügbar ( 1 | 2 | 3 ).

Dazu kamen die Kartengeschenke von Weihnachten 2011, die ich im letzten Jahr einlösen durfte: „Cardillac“) in der Semperoper, „Lear“ in der Hamburgischen Staatsoper, zwei Konzerte in der Berliner Philharmonie (Edward Elgar: „The Dream of Gerontius“ und Dmitri Schostakowitsch: „Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1“/„Symphonie Nr. 8“). Auch sehr schön: Benjamin Brittens „War Requiem“ in der Marienkirche zu Lübeck und ein spätabendliches Orgelkonzert bei Kerzenlicht am 23. Dezember in der Dresdner Frauenkirche.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… dem Lieblingsmenschen, guten Freunden (wie letztes Jahr) und den beiden Mitgründern der eigenen Agentur.
… dem guten Gefühl, dass mir mein Job wieder mehr Spaß macht.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
… dem Lieblingsmenschen und guten Freunden (wie letztes Jahr) und den beiden Mitgründern der eigenen Agentur.

Vorherrschendes Gefühl 2012?
So soll es sein, so kann es weitergehen.

2012 zum ersten Mal getan?
Eine Firma (mit)gegründet.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Operiert worden.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die Zeit von der Diagnose bis zur Operation des (letztlich gutartigen) Tumors in meinem linken Oberschenkel. Die elende Bürokratie und die immer noch laufende Klage im Rahmen meines (mit abwegigen Argumenten abgelehnten) Antrags auf Gründungszuschuss bei der Hamburger Agentur für Arbeit. Alle Begegnungen mit Menschen, deren Ignoranz, Arroganz, Egoismus, Aggression oder Trägheit mich unnötig Kraft und Lebenszeit kosten.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich musste eigentlich niemanden besonders nachdrücklich überzeugen, das ging fast wie von selbst.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Offenbar die Weihnachtsgeschenke „Magischer Unterwasser-Kristallpalast“ von Playmobil für meine Nichte (4) und das fernsteuerbare Playmobil Motormodul 4856 für meinen Neffen (9), wenn es danach geht, wie schnell sie das Geschenkapapier von den Kartons abfetzten und schrien „DAS HAB ICH MIR SCHON IMMER GEWÜNSCHT!“

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Diagnose „gutartig“ (obwohl ich nicht weiß, wen ich hier als Schenkenden nennen soll).

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich habe das Gefühl, du hast in meinen Kopf geschaut und das umgesetzt, was ich mir unausgesprochen gedacht habe.“ (ein Kunde, nicht ganz wörtlich, angesichts der präsentierten Designentwürfe)
„Dann feiern Sie das heute mal richtig.“ (Chefarztsekretärin nach dem telefonisch durchgegebenen negativen Befund)

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Kein Satz. Blicke.

2012 war mit einem Wort …?
Wendepunkt.

Jahresrueckblick_2012
Foto: © formschub.de