Thronfolger?

Ein schwerer Schritt, ein mutiger Schritt, ein guter Schritt? Nach 13 Jahren wird einer der langlebigsten und, wie ich finde, besten und stimmigsten Werbespots Deutschlands abgelöst und damit der weit über die Zielgruppe der männlichen und weiblichen Friesenpilstrinker hinaus bekannte »Jever-Mann«, bislang verkörpert durch das Model Oliver Debray, vom Mutterhaus Radeberger in den Ruhestand geschickt.

Doch der Jever-Mann lebt weiter, in einem Remake, wenn man so will. Die Geschichte des Spots ist geblieben, das Konzept »Dünenwanderer« wurde fortgeführt, aus dem Off mit stimmungsvollen Zitaten und sparsamer Musik untermalt, Farbwelt und Rhythmus der Bilder wurden wieder aufgegriffen und selbst der Regisseur, Lazlo Kadar, ist derselbe wie 1995. Und doch, so finde ich, ging etwas verloren. Der (noch) unbekannte neue Darsteller, die Bildsequenzen mit Himmel, Landschaft, Pferden und vor allem die Schlusseinstellung, in welcher der vermeintliche frühere Einzelgänger in den Dünen jetzt auf gleichgesinnte Gesellschaft stößt, all das will bei mir keinen harmonischen Gesamteindruck hinterlassen. Meine Meinung, mein Bier. Der Satz »genau meine Art, loszulassen« ist mir z.B. zu werbisch, die Schlussszene zu »becksig«, der Schauspieler zu sorgfältig gecastet, die Bilder zu durchgestylt. Ich mochte den alten Jever-Mann lieber.

Tschüs, Oliver Debray.

Der neue Jever-Spot wurde erdacht und umgesetzt von der Agentur Ogilvy & Mather, Frankfurt. Hier nochmal der alte und der neue Jever-Mann im Vergleich.

Jever-Mann
Fotos: © Radeberger Gruppe KG / Friesisches Brauhaus zu Jever

2 Kommentare

  1. Wuah – war das vorher auch schon so wahnsinnig weichgezeichnet? Ist mir noch nie so aufgefallen. Ziemlich kitschig … aber sowas zieht wohl. Hm.

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