Lasst Euch entern!

Edel-Imbissbuden schießen – zumindest hier in Hamburg – in jüngster Zeit wie Pilze aus dem Boden. In dem Bemühen, Currywurst und Pommes ihren proletarischen Nimbus zu nehmen und sie zu gesellschaftsfähigen (womöglich sogar halbwegs gesunden) Delikatessen zu adeln, überbieten sich die Fritten-Startups in ihrem Einfallsreichtum.

Im wohlstandsaffinen Shoppingareal Große Bleichen lockt das Restaurant Edelcurry hungrige Citycruiser mit elf hausgemachten Saucen, in Hamburg-Eppendorf versucht Curry Queen (Update: inzwischen geschlossen) Imbissjünger davon zu überzeugen, dass eine Currywurst (fettarm vom Lavagrill oder sogar vegetarisch) auch ohne Pommes eine vollwertige Mahlzeit sein kann und in Winterhude bei Currywurst Company (Update: inzwischen geschlossen) können sich hedonistisch gesinnte Curryfans ihre Wurst sogar mit Blattgold bestreuen lassen. Nunja.

Etwas unscheinbarer und abseits der glitzernden Straßenzüge der Metropole findet sich daneben eine kleine, feine Gourmet-Imbiss-Enklave der besonderen Art: hier befährt der Hamburger Spitzenkoch Michael Weißenbruch (Ex-Betreiber der Restaurants »à Table« und »Clasenhof«) mit seiner Partnerin Monika Hamann als Curry Pirates die endlosen Ozeane feiner Wurstaromen.

Alle Würste und Saucen werden nach eigenen Rezepten selbst hergestellt, die grob geschnittenen belgischen Pommes sind mit einem besonderen Pyramidensalz gewürzt. Und das steht auf der Karte: Currywurst mit getrockneten Aprikosenstückchen, italienische Kräutersalsiccia mit Tomaten-Senfsauce, Lamm-Merguez mit Joghurt-Minzsauce, German Ox mit Apfelwürfeln inside und Wasabisauce (siehe Foto) oder Hamburger Weißwurst mit eingebettetem Lachskaviar.

Dazu gibt es jede Woche im Wechsel eine neue Spezial-Wurstspezialität. Ich habe bislang rund ein halbes Dutzend der köstlichen Kreationen probiert und hier definitiv meinen persönlichen Edel-Imbissfavoriten gefunden. Weniger Chichi, dafür mehr Phantasie, beste Qualität und 100% Geschmack. Hinrudern!

Curry-Pirates

German Ox
Fotos: © Curry Pirates (oben) | © formschub (unten)

3 Kommentare

  1. es ist halt klein und parkplätze gibt es auch keine. aber es liegt direkt an der bushaltestelle, an der ich immer aussteigen muss. aber für zwischendurch finde ich es mehr als akzeptabel. und es schmeckt sehr gut, was ja die hauptsache ist.
    und wenn du schon mal da bist, guck‘ doch mal bei „anders hören“ gleich nebenan ‚rein! auch einer meiner „stammläden“, wo ich immer herumstöbere und meistens etwas finde. http://www.anders-hoeren.com/ 🙂

  2. Na, dann geh ich doch meinerseits mal zu Schmitt, das ist nicht weit vom Agenturflöz, wo ich arbeite. Aber die Latte liegt hoch … 😉

  3. das sieht sehr lecker aus. die kannte ich noch gar nicht.
    bei mir um die ecke gibt es ebenfalls ein gutes currywursterant: http://www.schmitt-foxyfood.de. da liegt auch nichts auf dem grill oder in der friteuse herum, alles wird direkt frisch zubereitet.
    aber die piraten werde ich mal ausprobieren, die sind ja bei mir um die ecke.

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