September Sounds

Manchmal sind es die leisen, unauffälligen Dinge. Ein winziger, goldener Lichtreflex im Blattwerk einer Baumkrone, der wieder und wieder das Auge streift. Ein vergessener Geruch, der für einen Moment durchs Autofenster hereinweht und den Fahrtwind mit Erinnerung parfümiert. Ein besonderer Geschmack, der wie ein kurzes elektrisches Kribbeln die Zunge kitzelt und einen Augenblick lang alle anderen Sinne ausblendet. Oder – wie heute – ein Lied, das sich zwischen Verkehrsrauschen und Bürogesäusel hindurchschlich und warm und weich in meinen Gehörgang schmiegte, vertraut, aber doch irgendwie anders: »See You«, im Original von Depeche Mode, gecovert von der norwegischen Band Flunk, entdeckt via Tagged Radio bei lastfm. Herbst zum Hören.

Flunk CD-Cover


Eine weitere Coverversion von Flunk: »Blue Monday« (Original von New Order)
Flunk bei myspace

Thumbnails: © flunkmusic.com

Klick! Surr! *wart*

Bilder aus einer anderen Zeit, in der »sofort« ein paar Minuten länger dauert: die Website Polanoid hat sich dem Ziel verschrieben, mit Hilfe ihrer Community das weltweit größte Archiv an Polaroidfotos zusammenzutragen. Ein mal poetisches, mal trashiges Archiv der Flüchtigkeit einzelner Momente abseits des digitalen Endlos-Bilderrauschens.

(via Glaserei)

Polanoid
Thumbnails: © Polanoid

Handarbeit 2.0

Nach der Lektüre eines Artikels über gestickte Minipops (Pixel-Icons) bei Nerdcore interessierte mich mal, wie viele Bastel-Nerds es noch so gibt, die sich mit Werkzeug, Kurzwaren, Pappe und Herd dem Transfer flüchtiger Pixelbilder in die materielle Welt des Real Life verschrieben haben. Und es sind viele. Sie kleben, sticken, backen, malen, schrauben, sprühen und nähen Sprites, Avatare und Screenshots zum Anziehen, Essen oder einfach nur Angucken. Im Blog Sprite Stitch bekommt man einen schönen Überblick, wie solche Handarbeiten im 21. Jahrhundert aussehen können. Ich jedenfalls kriege angesichts der abgefahrenen Pacman-Muffins von hello naomi (via flickr) richtig Appetit auf so ein Konsolengebäck zu meinem täglichen Latte Macchiato.

Pacman_Cupcakes
Photo: © hello naomi @ flickr

So schmeckt Skandinavien

Das Erkunden lokaler Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte gehört für mich seit je her zu den interessantesten Kulturstudien im Urlaub. Denn wie könnte man die einheimischen Gastgeber besser kennenlernen, als beim Entdecken und Probieren dessen, was sie Neues und Unbekanntes essen oder zum Kauf anbieten? Und da wir bei unserem zweiwöchigen Schweden- und Dänemark-Urlaub durchweg als Selbstverpfleger in Ferienhäusern logieren und zwei leidenschaftliche Hobbyköche zur Urlaubsmannschaft zählen, sind regelmäßige Einkaufstouren ein Muss. Hier kommen ein paar Tipps und Entdeckungen für genussfreudige Skandinavienfans:

Frühstück
Freunden herzhafter Brotbeläge schmecken die schwedischen Kavli-Schmelzkäse mit Pfifferlingen oder Krabben ebenso gut wie die streichbaren, ofengebackenen schwedischen Leberpasteten, z.B. mit Äpfeln oder Pilzen. Eine ebenso köstliche Käseentdeckung, nicht nur aufs Frühstücksbrötchen, ist der pikante, leicht krümelige Västerbottenost, der sich gerieben auch zum Kochen und Überbacken hervorragend eignet. Und als Smoothiefan komme ich nicht umhin, das fruchtige Sortiment der Marke Brämhults (auf der Website zu finden unter Original > Smoothies) zu empfehlen, das mich mit seinen interessanten Geschmackskompositionen ebenfalls überzeugt hat.

Abendessen
Da die Pilzsaison in vollem Gange ist, stehen die leckeren Waldbewohner ganz vorn auf dem Speiseplan. Dazu passt eine Pfanne mit geschnetzeltem Ren- oder Elchfleisch von Polarica (aus der Tiefkühltruhe). Das schmeckt und schont durch die selbstgesammelte Beilage noch dazu die Urlaubskasse. Als Vorspeise sind die delikaten Fischzubereitungen aus den umliegenden Räuchereien und Fischgeschäften unübertroffen, begleitet von fluffig-weichem Polarbröd, knusprigem Tunnbröd oder Vilmas Knäcke Sticks (eine köstlich-krosse Brotentdeckung aus Schweden mit tollen Sorten, z.B. Rosmarin oder Mohn-Sesam). Und wer auf Bornholm Urlaub macht, ohne die herrlichen Biere des Svaneke Bryghus zu kosten – allen voran die Sorten Stout, Double Brown Ale und Mørk Guld –, der war eigentlich gar nicht wirklich hier.

Selber kochen
Ein bisschen vom Urlaubstaschengeld lege ich immer zur Seite, um mir einen kleinen Vorrat haltbarer, nur hier erhältlicher Kochzutaten zuzulegen, die auch die heimische Küche bereichern.

Zwar nicht typisch skandinavisch, aber auf jeden Fall
zum Export zu empfehlen sind die Bouillonpulver der Firma Oskar in acht schmackhaften Sorten (Huhn, Rind, Kalb, Lamm, Schwein, Ente, Wild und Gemüse), die ich als Grundlage für viele Rezepte verwende. Zum Würzen empfiehlt sich die faszinierende Palette an Kräutern, Gewürzen und Würzmischungen von Santa Maria. Die »Kebab«-Gewürzmischung z.B. ist das Beste, was ich zum Marinieren und Selberbrutzeln von Gyros-Pfannengeschnetzeltem kenne. Die ansprechenden Verpackungen und exotischen Gewürzkompositionen machen diese Produkte aber auch zu einem schönen Mitbringsel für daheimgebliebene befreundete Hobbyköche.

Für weitere kulinarische Erkundungen auf Bornholm empfiehlt sich das lokale Internetportal gaarden mit vielen weiteren Adressen und Empfehlungen rund ums Schlemmen und Genießen.

Skandinavienleckereien

Spielkram

Seit jeher habe ich geglaubt, dass frickelig-komplexe, kristalline Techno-Artworks nur mit mehrjähriger Ausbildung zum 3-D-Cyber-Art-Designer oder in nächtelanger Photoshop-Kleinarbeit entstehen können. Der Online Image Generator viscosity (inzwischen offline) bewies: es geht auch einfacher. Quick and dirty zwar und ohne Oberflächenschnickschnack, aber im Ergebnis annähernd genauso »fancy«.

Das Prinzip ist simpel und genial: ein Streifenmuster, definiert durch 200 horizontal angeordnete Anfasspunkte, kann per »Zufallspinsel« oder exakter Platzierung jedes einzelnen Punktes beliebig verzerrt werden. Die Farbflächen ergeben sich aus den Verbindungen in der geänderten Punkmatrix. Farben, Pinselparameter usw. sind frei konfigurierbar und das fertige Werk ist als Pixelbild downloadbar. In der Usergalerie wird eindrucksvoll deutlich, was – über anfängliches wildes Herumschwurbeln hinaus – mit diesem Tool alles machbar ist. Coole Sache, das.

Viscosity

Wettbewerbe, Wettbewerbe

Wer jetzt nicht im Urlaub ist, hat vielleicht gute Chancen, als einer der wenigen Hiergebliebenen bei laufenden Designwettbewerben zu punkten. Das Magazin w&v und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) rufen dazu auf, eine Wort-/Bildmarke für die Initiative »Vision Zero« zu entwickeln. Sie besteht in dem löblichen Ziel, baldmöglichst »Null Verkehrstote« auf deutschen Straßen vermelden zu können. Noch bis spätestens Freitag, den 15. August 2008, nehmen die Ausrichter kreative Entwürfe entgegen, der Gewinner erhält ein Anerkennungshonorar in Höhe von 3000 Euro, das auch die Abgeltung der Nutzungsrechte der Wort/Bildmarke umfasst. Interessante Hintergrundinformationen zur länderübergreifenden »Vision Zero« liefert eine ansprechende PDF-Broschüre der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket.

Die Druckerei Stuerken aus Bremen ruft zum zweiten Mal auf zum Kalender-Design-Wettbewerb »Battle of Print«. Eingeladen sind alle Kreativen, in ideenreichen Entwürfen zum Thema »Höhen & Tiefen« ihre Fantasie spielen zu lassen. Ob (typo)grafisch, illustrativ oder fotografisch, was zählt, sind Idee, Qualität und eigener Stil. Zwölf der eingereichten Arbeiten werden von einer Jury in den »Battle of Print«-Kalender 2009 aufgenommen und zusammen mit allen Einsendungen im Rahmen einer Ausstellungsparty am 18. September 2008 gewürdigt. Bis spätestens 25. August können Entwürfe im Format DIN A3 eingereicht werden. Kohle gibt’s nicht, aber Ruhm und Publicity. Für mehr Informationen bitte hier klicken.

Wettbewerbe August 2008
Abbildungen: © Druckerei Stuerken | geralt / PIXELIO

Da geht’s lang!

Schon mal was von »Supernova«, »Fine Line«, »FoldOver«, »Global Expansion«, »Loops«, »Jawbreakers«, »Strobe«, »Nimbus«, »Stitch«, »Colorblind«, »Amoeba«, »Facets«, »Doodles«, »Flourish« und »Fibrous« gehört? Nicht? Dann wird’s aber höchste Zeit – zumindest für Artdirektoren und Grafik-Designer. Denn so heißen die brandaktuellen Logo-Design-Trends 2008, wie jedes Jahr aufgespürt und mit vielen repräsentativen Beispielen versehen von logolounge.com. Und nicht vergessen: Inspiration geht vor Imitation! 😉

Trends
(via Sprechblase)