Burrata mit Tomaten-Vanille-Ragout

Im vorhergehenden Blogbeitrag erwähnte ich eine vortreffliche italienische Vorspeise, die ich gleich zwei Mal im italienischen Restaurant Bellini in Stralsund genossen hatte. Schon beim ersten Mal nahm ich mir vor, zu versuchen, dieses Gericht zu Hause »nachzubauen«. Das habe ich inzwischen getan und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nun müsste man in bester Kitchen Impossible-Manier natürlich das Original mit meiner »Fälschung« vergleichen, um die letzten Unterschiede zu erschmecken und ggf. auszugleichen. Aber es schmeckt zu 100% wie in meiner noch frischen Erinnerung und das ist ja eigentlich das Wichtigste.

Falls Interesse am Nachkochen besteht, hier das rekonstruierte Rezept.

Zutaten (für 2 Portionen):

2 Kugeln Burrata (leicht gekühlt, aber nicht kühlschrankkalt)
1/2 EL Butter
250 g möglichst aromatische Cherrytomaten, geviertelt
2 Blätter Basilikum, in schmale Streifen geschnitten
sowie einige ganze Basilikumblätter zum Garnieren
2 cl (ca. 1 Schnapsglas voll) Portwein oder Madeira
2 cl Wasser
1 Msp. Vanilleschote, gemahlen (oder ausgekratztes Vanillemark)
1/2 Msp. Cayennepfeffer
1 TL Ahornsirup
etwas Pfeffer
Salz
Balsamico

Die Butter bei starker Hitze schmelzen, bis sie leicht schäumt. Die Cherrytomaten, Vanille und Basilikum zugeben, Hitze reduzieren und 3 min unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen. Mit Portwein und Wasser ablöschen und weitere 5 min mit geschlossenem Deckel dünsten lassen. Dann Ahornsirup, Cayennepfeffer und Pfeffer zugeben und unterrühren. Mit Salz und Balsamico mild-fruchtig abschmecken. Das Ragout sollte nicht zu dessert-süß und nicht zu tomatensoßig-salzig sein, und die unterschwellige Schärfe von Pfeffer und Cayennepfeffer sollte auf der Zunge deutlich spürbar werden, sie wird später von der sahnigen Frische der Burrata wieder gemildert.

Die abgetropften Burrata jeweils in die Mitte eines tiefen Tellers legen, mit dem heißen Tomatenragout überschöpfen und mit etwas Basilikum garnieren.

Aus meiner Sicht eine perfekte Vorspeise für den Sommer.

Autoverkehr(t)

Am kommenden Mittwoch kommt der »Tankrabatt«. Anlässlich dessen habe ich ein Gedicht, das ich vor gut zwei Wochen schon mal auf Twitter gepostet hatte, nun auch hierhin übertragen und um zwei Strophen (#5 und #6) ergänzt.

Ich bin Minister für Verkehr,
weil ich mich nicht ums Klima scher’.
Ich wohn’ im Autolobbydarm,
hier steht die Zeit, s’ist weich und warm.

Verbrannter Treibstoff in der Luft –
das ist und bleibt der schönste Duft!
Freiheit mess’ ich in km/h,
Wer schneller rast, ist eher da.

Leitplanken sind mein Tellerrand,
drum bleiben wir ein Autoland!
Mich durchlaufen süße Schauer,
denk ich an uns’re Fahrzeugbauer.

Mobilität mit Rad und Bahn?
Für mich ist das ein irrer Wahn.
Verkehrswende? Wohin? Wieso?
Mein Navi-Ziel heißt »Status quo«.

Wer reichlich tankt, bekommt Rabatt.
Den Ölkonzernen, nimmersatt,
füll’ ich mit Zuschüssen die Taschen.
Ich hab’ Ideen, die überraschen!

Von Schuld an zu viel CO₂
sprech ich Fossilverbrenner frei.
Willst du den Klimawandel hemmen,
verzichte halt aufs Instagrammen.

Milliarden pump’ ich ins Bewahr’n.
Wer Zukunft will, soll Auto fahr’n!
Sportboliden! SUVs!
Vier Räder hat das Paradies!

Die Erde heizt sich weiter auf,
ich sponsor’ den Verbrennerkauf.
Der Acker dörrt, es steigt das Meer,
ich bin Minister für Verkehr.


Photo by Shot On DJI on Unsplash

Weinblätter-Risotto

Wer kennt es nicht – das Elend mit den fertig abgepackten Lebensmitteln. Vorgestern hatte ich Appetit auf ein Rezept aus einem australischen Kochbuch (Fischfilet-Stücke mit Oliven-Tapenade bestrichen, in Weinblätter gewickelt und in einer Auflaufform 15 Minuten im Ofen gebacken) und musste dafür notgedrungen eine ganze Packung Weinblätter kaufen. Und gestern saß ich dann da mit 200 g Restweinblättern und überlegte, was ich damit zubereiten könnte. Zwar hätte ich Lust gehabt auf gefüllte Weinblätter, aber keine Lust auf das Füllen und Wickeln. Also habe ich das Rezept quasi »dekonstruiert« und ein Risotto mit einem orientalischen Topping daraus gemacht. Wer’s auch mal ausprobieren möchte – bittesehr!

Zutaten
(für 3–4 Personen)

1 Zwiebel oder 2 Schalotten
200 g Risottoreis (Arborio)
800–900 ml Hühnerbrühe
150–200 g eingelegte Weinblätter
1/2 Bio-Zitrone
1 Handvoll glatte Petersilie
100 g Schafskäse / Feta aus Schafsmilch
für eine abrundende Süße: 1–2 TL Honig, Ahornsirup oder Zucker
300 g Lammhack
30 g Pinienkerne
1 TL Zimt
2 TL Ras el-Hanout
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Die Pinienkerne auf einem Porzellanteller flach ausbreiten, im Ofen (Heißluft, 160 °C) 20 Minuten goldbraun rösten und abkühlen lassen. Die Zwiebel fein würfeln, die Weinblätter entstielen und in schmale kurze Streifen schneiden, den Schafskäse fein zerkrümeln. Die Schale der Zitrone abreiben und den Saft auspressen. Petersilie fein hacken.

In einem Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig anbraten. Den trockenen Reis zugeben und einige Minuten im heißen Öl mit anrösten. Unter gelegentlichem Rühren in 3–4 Schüben die Brühe zugießen und den Reis darin nach und nach bei schwacher Hitze gar köcheln lassen. Zusammen mit dem letzten Schuss Brühe die Zitronenschale, die zerkleinerten Weinblätter und die Petersilie hinzufügen. Wenn das Risotto cremig-al dente ist, den Schafskäse einrühren und mit Süße, Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Während der Reis kocht, in einer Pfanne mit wenig Öl das Lammhack krümelig braun braten und dabei mit Zimt, Ras el-Hanout, Salz und Pfeffer würzen.

Risotto auf einem Teller etwas breitgestrichen portionieren und jeweils etwas Lammhack und einige Pinienkerne darüber verteilen.

Rezept und Foto: © formschub

Egg Clock Pop

So, es gibt nun bei Spotify auch eine Popmusik-Version der Eierkoch-Playlist.

Es war deutlich schwieriger, Tracks mit genau der passenden Länge zu finden, weshalb ich die Toleranz bei der Spieldauer im Vergleich zu den Klassik-Stücken (±1 Sekunde) auf ±3 Sekunden erhöhen musste. Zudem unterscheidet sich »Mainstream-Pop« auch in der Länge der Titel deutlich von Klassik – gefühlt 90% aller Songs sind unter 4 Minuten lang, deutlich weniger zwischen 5 und 7 Minuten und ab 8 Minuten wird die Luft richtig dünn. Mir blieben nur zwei Auswege: die Einbeziehung von »Extended«-Remixes und zwei Ausflüge ins benachbarte Genre »Ambient/Electronic« (Underworld und Chicane), wo die Tracks naturgemäß etwas länger sind.

Ansonsten gelten dieselben Eierparameter, Titelreihenfolgen und Kochzeit-Richtwerte wie bei den Tabellen der Klassik-Playlist. Enjoy!

Titel 1–12: Eier aus dem Kühlschrank (ca. 7 °C)

KonsistenzGröße SGröße MGröße LGröße XL
weichTitel 1 (4:00)Titel 2 (4:30)Titel 3 (4:56)Titel 4 (5:30)
wachsweichTitel 5 (6:00)Titel 6 (6:38)Titel 7 (7:22)Titel 8 (8:13)
hartTitel 9 (8:15)Titel 10 (9:05)Titel 11 (10:06)Titel 12 (11:06)

Titel 13–24: Eier mit Zimmertemperatur (ca. 20 °C)

KonsistenzGröße SGröße MGröße LGröße XL
weichTitel 13 (3:03)Titel 14 (3:22)Titel 15 (3:45)Titel 16 (4:11)
wachsweichTitel 17 (5:03)Titel 18 (5:34)Titel 19 (6:12)Titel 20 (6:54)
hartTitel 21 (7:16)Titel 22 (8:01)Titel 23 (8:55)Titel 24 (9:57)

Die tatsächliche Spieldauer der einzelnen Titel weicht zumeist um ±3 Sekunden von der empfohlenen Kochzeit ab.

(Hinweis: Die unten eingebettete und oben im Text verlinkte Playlist spielt die Titel nur für angemeldete Spotify-Nutzer in voller Länge aus.)

Foto: © formschub

Egg Clock Baroque

Die Suche nach dem ultimativen Gargeheimnis für das perfekt gekochte Ei ist wohl mindestens so alt wie der Eierbecher. Der eine mag sein Ei hart mit krümeligem Dotter, der andere liebt es »wachsweich«. Gourmets kochen es im Sous-vide-Wasserbad bei exakt 64,5 ºC zwischen 45 Minuten und 60 Minuten als japanisches »Onsen-Ei« und Loriot meinte, eine Hausfrau habe es im Gefühl, wenn das Ei weich sei (ihr Gatte war bekanntermaßen anderer Meinung). Wahre Eierkoch-Nerds können sogar die Temperatur ihres Frühstückseies nebst Durchmesser oder Gewicht vor dem Kochen ermitteln und mit diesen Werten anhand einer Formel die Kochzeit bis zum gewünschten Gargrad – gemessen anhand der Dotter-Innen-Endtemperatur – ausrechnen. Die Wege zum perfekt gekochten Ei sind so individuell wie die subjektiven Vorlieben bei dessen Verzehr.

Ich persönlich mag mein Ei am liebsten mit vollständig koaguliertem Eiweiß (schon als Kind hasste ich den weißen »Glibber«, der nach zu kurzem Kochen das Dotter umgab), das Eigelb darf am Rand gerne hellgelb gegart sein, sollte aber möglichst noch einen großtenteils flüssigen Kern haben. Meine Faustregel für den favorisierten Ei-Endzustand lautete bisher: 7 Minuten und 30 Sekunden Kochzeit bei einem Ei mit Größe M (laut Packungsaufdruck), bei Zimmertemperatur gelagert und gemessen ab dem Moment, wenn es ins sprudelnd kochende Wasser gelegt wird.

Mit einer Spieldauer von 7 Minuten und 43 Sekunden liegt der erste Satz »Allegretto« des Violinkonzerts Es-Dur von Franz Benda auf der CD »Concerti« (Accent ‎ACC 24215, 2009) ziemlich dicht an dieser Faustregel, wie der Mann kürzlich herausfand. Und tatsächlich kam das gekochte Ei, nachdem es vom Ensemble »Il Gardellino« in seinem brodelnden Wasserbad damit befiedelt wurde, einem perfekten Ergebnis bemerkenswert nah. Das brachte mich auf die Frage, ob es – neben mechanischen Kurzzeitweckern, Sanduhren, digitalen Timern, Stoppuhren und ähnlichem Zeitmessgerät – nicht auch schon eine »Eierkoch-Playlist« gibt, mit der jeder – je nach seiner persönlich präferierten Verzehrkonsistenz, der Eiergröße und der Lagertemperatur – sein Ovulum ganz einfach während der Spieldauer des passenden Musikstücks garen kann. Natürlich erfordert auch diese Idee eine gewisse Vereinfachung der Ausgangsparameter Größe/Gewicht und Temperatur, aber nach einer kurzen Recherche war ich sicher: es geht.

Die geeignete Basis für die benötigte »Eierkochmatrix« entdeckte ich auf der Website philognosie.net, die sich seit 2001 das Ziel setzt, praktisch nutzbares Wissen aller möglichen Themengebiete auf seriöser Grundlage zu sammeln und aufzubereiten. Unter der Überschrift »Perfekte weiche und harte Eier kochen« finden sich dort zwei Tabellen: eine für Eier aus dem Kühlschrank (ca. 7 °C) und eine für Eier, die bei Zimmertemperatur gelagert wurden (ca. 20 °C). Die Eier sind jeweils in vier Gewichtsklassen sortiert: S (bis 53 g), M (>53–63 g), L (>63–73 g) und XL (>73 g) und als Kochziele sind »weich«, »wachsweich« und »hart« verfügbar. Macht pro Tabelle zwölf empfohlene Zeitangaben, bei zwei Tabellen also 24 Kochzeitempfehlungen.

Nun musste ich »nur noch« 24 Musiktitel ausfindig machen, deren Spieldauer möglichst exakt den Angaben in den Tabellen entsprechen. Von Franz Benda kommend, entschied ich mich, auf dem Feld der Barockmusik zu bleiben (mit Haydn und Mozart als »Ausreißer« der Wiener Klassik) – sie ist frühstückstauglich, kompatibel mit dem Musikgeschmack einer recht breiten Bevölkerungsgruppe, relativ unabhängig von musikalischen Trends, trotz ihres kompositorischen Anspruchs melodiös und gefällig und es gibt eine unglaubliche Auswahl an Werken, Stücken und Aufnahmen. Der Rest war »Handarbeit«: Ich suchte mir ein gutes Dutzend bekannter und weniger bekannter Komponisten heraus, scrollte durch endlose Tracklistings, pickte Stücke mit einer möglichst genau passenden Spieldauer (±1 Sekunde) heraus und brachte sie pro Tabelle in eine sinnvolle Reihenfolge. Und hier ist sie: die Spotify-Playlist »Eierkochklassik«.

Update: es gibt inzwischen auch eine Popmusik-Version der Playlist.

Ich freue mich über Eure Erfahrungsberichte beim Ausprobieren!

Titel 1–12: Eier aus dem Kühlschrank (ca. 7 °C)

KonsistenzGröße SGröße MGröße LGröße XL
weichTitel 1 (4:00)Titel 2 (4:30)*Titel 3 (4:56)Titel 4 (5:30)*
wachsweichTitel 5 (6:00)*Titel 6 (6:38)*Titel 7 (7:22)Titel 8 (8:13)
hartTitel 9 (8:15)Titel 10 (9:05)Titel 11 (10:06)*Titel 12 (11:06)

Titel 13–24: Eier mit Zimmertemperatur (ca. 20 °C)

KonsistenzGröße SGröße MGröße LGröße XL
weichTitel 13 (3:03)Titel 14 (3:22)*Titel 15 (3:45)Titel 16 (4:11)
wachsweichTitel 17 (5:03)Titel 18 (5:34)*Titel 19 (6:12)Titel 20 (6:54)*
hartTitel 21 (7:16)Titel 22 (8:01)Titel 23 (8:55)Titel 24 (9:57)*

Die tatsächliche Spieldauer der mit * markierten Titel weicht um ±1 Sekunde von der empfohlenen Kochzeit ab.

(Hinweis: Die unten eingebettete und oben im Text verlinkte Playlist spielt die Titel nur für angemeldete Spotify-Nutzer in voller Länge aus.)

Smultronställe

»Smultronställe« ist ein schwedischer Begriff für einen Ort, der ein unterschätztes Kleinod ist. Wörtlich übersetzt bedeutet er »Walderdbeerstelle« und bezeichnet einen Platz, an dem man sich wohl fühlt, den man zur Entspannung und Erholung aufsucht und der für andere nicht leicht zu finden ist. Oft hat man zu dieser Umgebung auch einen persönlichen emotionalen Bezug.

Letzter Urlaubstag an der Havel. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr.

(Ich selbst beherrsche leider keine Aquarellmalerei, aber ich konnte der iOS-App Waterlogue zumindest die Fotovorlagen liefern …)

Und selbst? – Muss ja.

Endlich habe nun auch ich mir mal die hochgelobte Serie »The Handmaid’s Tale« nach dem Roman von Margaret Atwood zur Ansicht vorgenommen. Vor einigen Monaten hatte ich bereits die Verfilmung »Die Geschichte der Dienerin« von Volker Schlöndorff aus dem Jahr 1990 gesehen, aber die Serie hat natürlich ungleich mehr Zeit zum Erzählen der Handlung und für die Zeichnung der Charaktere zur Verfügung – und sehr wahrscheinlich auch ein größeres Produktionsbudget.


Was der Darstellung der düsteren Geschichte aus meiner Sicht sehr zugute kommt, sind die zahlreichen Rückblenden – Alltagsszenen aus einer Zeit, die von der unseren (von Corona mal abgesehen) eigentlich kaum zu unterscheiden ist. Die rasend schnelle Transformation dieser »ganz normalen Demokratie« in eine christlich-fundamentalistische, patriarchalische Diktatur erscheint um so gruseliger im Lichte tendenziell nicht unähnlicher brandaktueller Situationen rund um den Globus, sei es in den USA unter Trump, in Brasilien mit Bolsonaro, in Polen (wo den aktuellen heutigen Wahlergebnissen zufolge die dortige PIS-Regierung vier weitere Jahre lang die Uhren zurückdrehen darf) oder in der Türkei, die sich ebenfalls immer weiter von einer Demokratie hin zu einer Autokratie bewegt.

Ich bin nun mitten in der ersten Staffel der Serie, die laut Episodenguide ähnlich enden wird wie die Literaturvorlage. Die bereits erschienene zweite und dritte Staffel wird wohl somit die Geschichte abseits des Buches fortsetzen. Ich bin gespannt, wie dies geschehen wird und ob es auf einem ähnlich hohen Niveau gelingt und funktioniert. Immerhin, so liest man, hat Margaret Atwood die erste Serienstaffel sowie deren Fortsetzungen als »Consulting Producer« begleitet, hat einen sekundenkurzen Cameo-Auftritt in der Pilotfolge und im Herbst 2019 erschien ihre eigene Fortsetzung der Geschichte (»Die Zeuginnen«) in Buchform. Diese wiederum spielt fünfzehn Jahre nach der Handlung des ersten Romans und somit auch nach Abschluss der bisherigen Handlung der Serie.

Trotz aller Düsternis jedoch findet sich auch in dystopischen Geschichten manchmal Platz für etwas Humor. Sei es, dass dieser vom Schöpfer selbst bereits so vorgesehen ist, wie etwa in Terry Gilliams großartigem Meisterwerk »Brazil«, oder er durch eigene Assoziationen beim Zuschauer bzw. Leser entsteht. Ich zum Beispiel musste im Verlauf der Serie zunehmend schmunzeln, und zwar jedesmal, wenn sich die Serienfiguren bei ihren Begegnungen die immer gleichen leergeleierten, staatlich verordneten Begrüßungsfloskeln zuwerfen. Ich hätte da längst schon den Drang nach etwas Abwechslung verspürt, geeignete andere Floskeln gibt es ja genug und einige davon habe ich mal zu einer kleinen Cartoonserie aufbereitet (die ersten beiden sind die Original-Begrüßungsformeln).

Viel Spaß – und mögen wir immer gut auf unsere schöne Demokratie aufpassen.

Pfirsich-Thunfisch-Salat

Oft entstehen meine »eigenen« Rezeptideen, indem ich mehrere existierende Rezepte miteinander kombiniere oder aus einem vorhandenen Rezept heraus improvisiere. Dieser Salat ist eine komplett eigene Kreation. Klingt im ersten Moment etwas seltsam, Obst und Fisch miteinander zu kombinieren, aber ich bin vom Ergebnis ziemlich überzeugt und deshalb gebe ich es gerne weiter.

Zutaten
für 2–3 Personen

ca. 6 Plattpfirsiche (auch Berg-, Wild- oder Weinbergpfirsiche genannt)
2 Dosen Thunfisch in Wasser
8–10 EL Olivenöl
Saft einer halben Zitrone, evtl. etwas mehr
1 TL getrocknete italienische Kräutermischung (Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum, Majoran, z.B. diese hier)
Salz
Orangenpfeffer aus der Mühle (ersatzweise schwarzer Pfeffer)
alter (eher süßlicher) Balsamico
grob geriebener Parmesan

Pfirsiche entkernen und in ca. 1 x 1 cm große Stücke würfeln, Thunfisch sehr gut abtropfen und mit einer Gabel zerzupfen. In einer Schüssel vermischen und mit einem angerührten Dressing aus Olivenöl, Kräutern, Salz, Pfeffer und Zitronensaft vermischen. Gut durchmengen und abschmecken – die Säure der Zitrone sollte spürbar sein, sie betont die Frische der Pfirsiche.

Auf Tellern anrichten und mit altem Balsamico und geriebenem Parmesan bestreuen.

Foto: © formschub