Morgens halb zehn in Japan

Wieder was Abgefahrenes mit Essen bei Flickr entdeckt: »Charaben« (jap. kyaraben oder キャラ弁, eine Abkürzung für »Character Bentō«) nennen sich liebevoll garnierte Lunchpakete für Schul- und Kindergartenkinder, deretwegen manch engagierte japanische Mutter morgens sogar extra früher aufsteht. Meist bilden die kunstvollen Dekorationen beliebte Comic- oder Mangafiguren nach. Eine wahre Meisterin dieser Kunst ist das Flickr-Mitglied luckysundae, deren Kreationen nun sogar in einem Buch zum Thema vertreten sind. Rund 50 Fotos der essbaren Schöpfungen gibt es in ihrer Flickr-Galerie zu bestaunen. Welches Kind will da noch eine Leberwurststulle als Schulbrot?

Charaben_luckysundae

Image: © luckysundae (via flickr)

g-trospektive

Mein Lieblingsbuchstabe ist ja eindeutig das kleine g. Ich finde, kaum ein anderes Zeichen inspiriert zeitgenössische Schriftdesigner zu originelleren und fantasievolleren Details. Und sollte ich die Fonts nennen, deren g-staltungen mir am besten gefallen, hätten die Dänen und Schweden mal wieder die Nase ganz vorn. Leider sind viele der gezeigten Schriften exklusive Corporate Fonts und daher nicht käuflich zu haben, während bei den kommerziellen Schriften die restlichen Glyphen für mein Empfinden nicht immer durchgängig das gleiche formale Niveau halten können. Hier einige g-sellen, die mir besonders g-fallen:

g-nial

Erste Reihe: Corporate Font »Via« der dänischen Bahngesellschaft DSB, Corporate Font des dänischen Apothekerverbandes, Corporate Font der dänischen Supermarktkette Super Brugsen, Corporate Font des dänischen Geldinstituts Danske Bank, Freefont »Kontrapunkt« der gleichnamigen Designagentur aus Kopenhagen, Corporate Font des dänischen Campingplatzbetreibers FDM, »Batory« von der schwedischen Typefoundry T4.

Zweite Reihe: Egon, Linefeed, Mercury, Doradani, Anthology, Veriox, Neo Sans (Corporate Font von Kabel Eins), Magma, Magion, CA Blitzkrieg Pop (alle bei myfonts).

Spiel ohne Grenzen

Ich kann weder Russisch noch Japanisch, erahne mit Mühe, was Schweden und Dänen schreiben, beherrsche nur die Grundzüge des Französisch und merke, dass mir selbst auf Englisch noch ein paar Vokabeln fremd sind. Aber diese weltweiten Blogs und Linktipps zum Thema Design sind auch ohne tiefergehende Sprachkenntnisse einen Blick wert:

Ms Rix Design Heaven
Design-Blog von Line Rix aus Kopenhagen.

Etoday
Russisches Lifestyle-Ezine mit vielen Designbeiträgen.

Hovbergs Blog
Blog von Börje Hovberg aus Västerås, Schweden.

Feber
Redaktionelles schwedisches Lifestyle Blognetzwerk mit Schwerpunkt Design.

FormFiftyFive
Design-Blog von Glenn Garriock and Jack Daly aus Edinburgh.

re-public
Website der Designagentur re-public aus Kopenhagen.

Ytlig (Update: inzwischen leider offline)
Designblog, Forum für Design, Kunst und Fotografie aus Schweden.

Design Observer
Gemeinsames Designblog der Designer William Drenttel und Jessica Helfand (Winterhouse Studio/Falls Village, Connecticut) sowie Michael Bierut (Pentagram/New York).

FFFFOUND!
User bookmarken sehenswerte Bilder und herausragendes Design, ein Projekt initiiert von Multimediagenie Yugo Nakamura aus Tokio.

DYT – Design You Trust™
Tägliches Design-Ezine, Community und Blog in einem, gegründet von Dmitri Utkin, weltweit tätig als Designer und Creative Director, u.a. in Moskau und New York.

visual evasion
Blog und Portfolio des Grafik-Design-Freelancers Jérémie Werner aus Strasbourg, Belgien.

Design Sojourn

Blog eines Industriedesigners unter dem Pseudonym Design Translator, der seinem Job u.a. in Singapur, Sydney und China nachgeht.

Designlinks

Galerie des Grauens

München, 01.–04. April 2008: Für vier Tage traf sich auf dem hiesigen Messegelände im Rahmen der Fachmesse Analytica in fünf Hallen die geballte High-Tech-Kompetenz für instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie. Und da ich als Grafik-Designer für eins der hier vertretenen Unternehmen seit langem arbeite, war ich aus Hamburg zu einem Messebesuch angereist. Normalerweise gilt meine Aufmerksamkeit eher den Firmen- und Messeauftritten, die optisch positiv auffallen.

Doch diesmal hatte ich mir bewusst das Gegenteil vorgenommen und wollte Ausschau halten nach allem, was das Designerauge beleidigt. Und ich wurde fündig. So sehr, dass ich nach einer Dreiviertelstunde aufhörte, weitere Prospekte zu sammeln, weil der Riemen meiner prallvollen Tasche anfing, mir in die Schulter zu schneiden. Ich war selbst überrascht. Angesichts der auf die Stände verteilten, adrett gestylten Hostessen war anzunehmen, die Aussteller hätten zumindest ein rudimentäres Gespür für Ästhetik. Doch was an Logos die Stände, Prospekte und Displays verschandelte, ließ nur eine Schlussfolgerung zu: in dieser Branche löten und schrauben Elektrotechniker, Ingenieure und Maschinenbauer nicht nur hochkomplizierte Geräte zusammen, sondern anscheinend auch die Logos ihrer eigenen Unternehmen – denn professionelle Gestalter waren an diesen formalen Debakeln wohl eher selten beteiligt. Hier ist die Ausbeute meines Rundgangs durch die Galerie des Grauens (klicken für vergrößerte Ansicht). Das Gute daran: hier gibt’s noch jede Menge Arbeit für begabte Grafik-Designer. Also los!

Logo-Horror

Augenfutter

Eine umfangreiche, gestalterisch anspruchsvolle Galerie gelungener Logodesigns als Inspirationsquelle findet sich bei logopond. Spart bestimmt die Anschaffung des einen oder anderen teuren Design-Bildbands.
(via www.grafik-blog.de (Update Februar 2022: leider inzwischen offline))