Knobelkubus für Farbfetischisten

Rot, Gelb, Grün, Orange, Blau und Weiß – für grob gestrickte Gemüter mögen solche simplen Farbbezeichnungen vielleicht ausreichend sein. Für Gestalter und Freunde der feinen Nuancen hingegen sind schon etwas präzisere Definitionen vönnöten.

Dachte sich auch der argentinische Produktdesigner Ignacio Pilotto und entwarf auf Basis des berühmten Zauberwürfels »Rubik’s Cube« den »Rubitone« – mit fein abgestimmten Pantone-Flächen auf den 54 Seitenflächen. Nach wie vor gilt es beim Lösen des 3D-Puzzles, einheitlich gefärbte Seiten wiederherzustellen, aber auf dem Weg dahin haben Spektraljunkies ’zig Gelegenheiten (43.252.003.274.489.856.000 minus 6, um genau zu sein), sich gleichermaßen auch an gemischten Farbharmonien zu erfreuen. Leider ist der Würfel bislang nur eine Studie und nicht im Handel erhältlich.
Also: Hallo an die Pantone, Inc. – das wär doch mal ’ne coole Merchandising-Idee!

(via neatorama / Gizmodo / Boing Boing Gadgets)

Rubitone
Photos: © Ignacio Pilotto | by kind permission of the designer

Bühnen-Bilder

Beim Schmökern in aktuellen Kulturprogrammen stolperte ich heute über eine Anzeige des Theaters Lübeck, die mir im Einerlei vieler sonstiger Veranstaltungshinweise angenehm auffiel. Die Idee, für jedes Stück der Spielzeit ein aufs Wesentliche reduziertes Piktogramm zu entwickeln, ist möglicherweise nicht neu, aber, wie ich finde, hier sehr schön umgesetzt. Mit ein bisschen Feinarbeit könnte die teilweise etwas uneinheitliche Detailtreue der Symbole zwar noch harmonisiert werden, aber es macht allein schon Spaß, zu raten, welches Stück sich hinter welchem Zeichen verbergen könnte.

Zum Mitraten hier in falscher Reihenfolge die Werke zu den abgebildeten Beispielpiktogrammen: Wiener Blut, Rigoletto, Der Steppenwolf, Evita, Die Zauberflöte, Penthesilea, Der Zauberberg, Salome, Die verkaufte Braut, Madame Butterfly, Tod eines Handlungsreisenden und Das Rheingold.

Für die Auflösung verweise ich auf die Website des Hauses, dort finden sich noch mehr Piktogramme, die bei jedem Seitenreload in ihrem Raster neu durchgemixt werden. Eingeführt wurde der plakative grafische Auftritt des Theaters bereits zu Beginn der Spielzeit 2007/2008 im Oktober vergangenen Jahres, vermutlich im Vorfeld des aktuellen Jubiläums der Spielstätte, die diesen Monat vor genau 100 Jahren – am 1. Oktober 1908 – eröffnet wurde.

Theater Lübeck
Piktogramme: © Theater Lübeck

Zungenfertig

Maggi macht aus einem vergleichsweise spießigen Produkt einen witzigen (und mutigen) Spot. Was wie ein Viral anmutet, das ohne klaren Urheber nur im Netz kursieren soll, wurde tatsächlich offiziell von der Firma Maggi initiiert. Es bewegt sich was im rot-gelben Kochstudio. Mit Horst Lichter als Fertigküchenkoch in den aktuellen TV-Spots kann ich mich hingegen nicht so ganz anfreunden.

(via hoemmerich / supertopic)

Klickstoff für Kreative

Wer Lust hat, kann gerne ausrechnen, wie viele Jahre seines Lebens er damit verbringen könnte, jedem einzelnen vielversprechenden Link zu folgen, der auf den folgenden (Grafik-)Design-Websites gelistet ist: abgefahrene Portfolios, coole Produkte, kostenlose Programme, stylische Freefonts, professionelle CSS-Templates, Bloglinks, Wettbewerbe, Termine … Aber was red’ ich. Klickt doch selbst.

Bittbox – Blog und Linklist von Jay Hilgert, Designer, Blogger, Web Enthusiast und Apple Geek aus Oklahoma, mit vielen exklusiven kostenlosen Downloads, die der selbsterkorene «Freebie Maker« gestaltet und zur freien Verwendung bereitstellt.
Speckyboy – nüchtern präsentierte, aber gehaltvolle Liste mit allerhand »Web Design, Web Development and Graphic Design Resources«.
Design Your Way – Grafik-Design-Blog des vermutlich in Rumänien ansässigen Autors boogiesbc, der außer seinem Pseudonym wenig Persönliches verrät, dafür um so mehr anregenden Blogstoff bietet.
Designer Daily – Blog des Schweizer Grafik-Designers Mirko Humbert, der hier Gedanken, Links, Quellen und Tipps oder einfach inspirierende Bildbeiträge postet. Etwas abgespeckt auch als reines Linkblog anklickbar.

Designlinks 09-2008

Designerdrogen

Wenn Grafik-Designer Plattencover oder Buchumschläge gestalten, tun sie gut daran, in die betreffenden Werke vorher wenigstens mal hineinzuhören oder zu -lesen.

Fragwürdig erscheint es hingegen, bei Designaufgaben für Pharmaprodukte zuvor eine Dosis der entsprechenden Präparate einzunehmen. Einige Kollegen im Spanien der 60er und 70er Jahre hatten diesbezüglich offenbar keine Hemmungen, wie der farbenfrohe Fotostream Espacios publicitarios (Reklameflächen) des flickr-Mitglieds ex novo vermuten lässt: So ungehemmt naive, bizarre und fantasievolle Motive sind sonst eher auf Filmplakaten oder Groschenromanen zu finden. 174 kunterbunte Plakat- bzw. Anzeigenmotive hat die emsige Sammlerin aus Gijón zu einem schrägen Trip in die Werbegeschichte zusammengestellt.

Retro-Pharmaposter
Thumbnails and images: © ex novo @ flickr