Spargel-Zuckerschoten-Salat mit Flußkrebsen

Eine gesunde und leichte, asiatisch inspirierte Salatvariation für heiße Tage.

Zutaten
für 2 Personen (Vorspeise)

400 g frischer weißer Spargel, dünne Stangen, geschält und in ca. 4–5 cm lange Abschnitte zerteilt
200 g Zuckerschoten
150 g Flußkrebsfleisch
4–6 EL helles, ungeröstetes Sesamöl
1–2 EL Sojasauce
2 EL Balsamico oder milder Reisweinessig
2 EL Sesamsamen, goldgelb geröstet
Pfeffer, Chilipulver
1 Handvoll Koriandergrün, klein gezupft

Den Spargel in etwas Salzwasser ca. 5–8 Minuten bissfest garen, aus dem Kochwasser nehmen und abkühlen lassen. Zuckerschoten in kochendem Salzwasser 1–2 Minuten blanchieren und in kaltem Wasser abschrecken. Zuckerschoten flach auf zwei Teller verteilen, Spargelabschnitte darüberschichten und jeweils die Hälfte der Flußkrebse darüber verteilen.

Aus Sesamöl, Sojasauce, Balsamico, Pfeffer und einer winzigen Prise Chilipulver eine Vinaigrette zubereiten und über die angerichteten Salatteller schöpfen. Mit Sesamkörnern und Koriandergrün bestreuen und servieren.

© formschub

Ächz hoch stöhn

Potenz ist in. Nicht nur im Bett, sondern anscheinend auch bei Designern und Werbern – und zwar im mathematischen Sinn. Nach den wochenlangen Diskussionen in Presse und Web um Logo und Slogan der Standortkampagne fürs Ruhrgebiet (»Ruhr hoch n« bzw. »Ruhr hoch R«, siehe z.B. die fontblog-Beiträge dazu im März und im Mai), entdecken nun weitere Marketingtreibende die Kraft der erigierten Zahlen für sich. Doch Hochgefühle wecken die Hochzahlen selten.

So hat Mariah Carey (sic!) ihre neue CD mit »E=MC²« betitelt, was wohl weniger daran liegt, dass sie neuerdings in Videodrehpausen Einstein liest, vielmehr entdeckte sie in der populären Formel eine komplett neue Bedeutung für ihren ganz eigenen kleinen Kosmos: »Alle sagen mir ja immer, dass ich so superschlau rüberkomme. Also der Titel bedeutet, Emanzipation ist gleich Mariah Carey zum Quadrat!« Ahja.

Aber zurück zu den wirklich wichtigen Dingen. Kondome, zum Beispiel. Heute morgen trieb mir bei einem Ampelhalt das untenstehende Plakat Grübelfalten auf die Stirn. Erst dachte ich an Eiscreme, wegen der Herzform, der langnesigen Farben und des appetitlich anmutenden Folienquaders. Dann jedoch sah ich die Kondomschachteln und die Headline: »LIEB ES² BEWEIS«. Also nicht Eis, sondern ES – und Kondome. Doch was ist ES? Und warum soll ich ES lieben? Eigentlich geht es doch um ER und SIE? Hat es was damit zu tun, dass die beiden ES gerade treiben? Das Foto ist ja schließlich der BEWEIS. Ach, nee: LIEBESBEWEIS! Aber wer beweist wem was – und womit? Ein gedanklicher Interruptus nach dem anderen lähmte mein Hirn. Inzwischen weiß ich immerhin, dass das Kondom so heißt: ES steht für »Extra Sensitive«. Klar, schreit einen ja aus den winzigen Randzeilen der Pariserpäckchen schließlich laut genug an. Aber warum zum Quadrat, zum Teufel? Egal, bleibt ja noch der Abbinder: »LifeStyles | We care more²« Schon wieder ein obskurer Verbal-Exponent. Wir deuteln munter weiter: LifeStyles – offenbar der Hersteller – kümmert sich. Und zwar nicht nur mehr, sondern hoch zwei. Aber worum? Um leicht verständliche Werbung sicherlich nicht. Vielleicht um das ES von vorhin? Um Kondome ohne Löcher? Um die beiden erregten Turteltäubchen? Oder bald um eine neue Plakatkampagne? Letzteres wäre zu hoffen. Echt².

Kondomplakat

Wegsehenswürdig

Das Design Tagebuch berichtet heute von den gelungenen Städteillustrationen für die acht Host Cities der UEFA EURO 2008.

Das erinnerte mich spontan an meine letzten Autobahnfahrten, auf denen mir viele der braunen Schilder am Wegesrand mit ihren stilisierten Darstellungen von Kulturdenkmälern oder Sehenswürdigkeiten grafisch unangenehm aufgefallen sind. Im Fachjargon heißen sie »Unterrichtungstafeln« und eine Webrecherche ergab, dass die Gemeinden für Beantragung, Erstellung und Gestaltung hauptverantwortlich sind. Aufstellung und Motiv müssen zwar von der Straßenbaubehörde genehmigt werden, aber dass dort Grafik-Designer arbeiten, ist nicht nur aufgrund der Qualität der Motive eher unwahrscheinlich.

Es gibt keine einheitlichen stilistischen Richtlinien zur Gestaltung dieser Schilder, und selbst die wenigen Vorgaben (braune Farbe, Schrift in DIN-Antiqua) werden in vielen Entwürfen nicht befolgt oder verändert. Auch wie viele Schilder es deutschlandweit gibt, ist unbekannt, da keine zentrale Behörde dafür zuständig ist. Ich finde es schade, dass an derart prominenten Stellen mit so lieblos bis unprofessionell erstellten Motiven in völlig uneinheitlichem Stil geworben wird. Die klumpigen Äffchen unten sind da nur ein noch harmloses Beispiel von vielen weiteren Gestaltungmissgriffen. (Edit: auf dieser Seite gibt es auch noch ein paar Exemplare zu besichtigen.)

Das Wikipedia-Projekt »Unterrichtungstafeln« fordert Teilnehmer dazu auf, Fotos der Tafeln hochzuladen, um eine möglichst komplette, kategorisierte Bildersammlung zu erstellen. An den wenigen bereits eingestellten Motiven kann man es aber schon deutlich sehen: uneinheitliche Formensprache, wechselnde Typographie und nur wenige gelungene Bildkompositionen. Dagegen haben es die Gastgeberstädte der UEFA EURO 2008 richtig gut.

Unterrichtungstafel

Für Topfgucker

Wer gerne kocht und isst und sich im Web darüber informiert oder selbst auslässt, freut sich, wenn Rezepte, Tipps und Produkte mit hübschen Fotos angerichtet serviert werden können – das Auge isst schließlich mit. Doch wehe, Bilder von anderen Webseiten werden einfach für eigene Zwecke gemopst und veröffentlicht. So mancher (Food)-Blogger musste schon böse Erfahrungen mit Abmahnungen machen und dies teuer bezahlen.

Für alle, die den Abmahnwahn und kompliziertes Copyrightgewurstel satt haben, gibt es nun das Foodbilder-Blog Kochbuchfotos mit freien Foodfotos ausschließlich unter Creative-Commons-Lizenz. Jeder, der eigene schöne Foodfotos der Netzgemeinde zur Verfügung stellen möchte, kann den Bilderpool mit Links und Bilddateien erweitern, und jeder, der eines der Motive für eigene, nichtkommerzielle Zwecke nutzen möchte, kann dies unter Beachtung der jeweiligen Lizenzierung kostenlos tun. Eine tolle Initiative und absolut unterstützenswert!

(via einfach persoenlich)

Zitrusfruechte
Foto: Public Domain | via kochbuchfotos.de

Danke, ich bin bedient!

Lousy_Service

Wenn sich Ereignisse auffällig häufen, kann das Zufall sein. Muss aber nicht. Bei mir jedenfalls häufen sich in jüngster Zeit Erlebnisse mit schlechtem bis impertinentem Service. Dass das eher kein Zufall ist, zeigen auch kürzliche Blogeinträge von Anke Gröner, Herrn Paulsen und Syberia.

Mein erstes Erlebnis widerfuhr mir beim Betreten eines, sagen wir »Copyshops« (Kopien, Ausdrucke, Folienschriften, T-Shirt-Druck usw.). Zunächst wurde ich von dem Herrn, der direkt vor mir an seinem Schreibtisch auf den PC-Monitor starrte, mehrere Sekunden keines Blickes gewürdigt, von einer Begrüßung ganz zu schweigen. Dann sagte er, ohne aufzublicken: »Sprechen Sie. Ich höre mit den Ohren und nicht mit den Augen.« So kann man mit einem einzigen Satz seinen Laden im Nu von unliebsamen Kunden räumen.

Am vergangenen Wochenende wurde ich dann in einer Autowaschstraße mit einem dermaßen unverfrorenen Kasernenton empfangen und bedient, dass mich nur mein schon vor Seifenlauge triefendes Auto an einer sofortigen Kehrtwende hinderte. In meiner Ohnmacht blieb mir nur ein frostiges Downgrade auf das billigste Autopflegepaket. Und auf meine Bemerkung, ich sei andernorts schon freundlicher bedient worden, schleuderte mir der stiernackige Einschäum-Dumpfbolzen nur ein »Na, super« entgegen.

Und jetzt reicht’s. Wenn mir so etwas noch einmal passiert, werde ich nach Verlassen solcher Service-Todesstreifen nonchalant den obigen von mir gestalteten Sticker im Eingangsbereich hinterlassen. Als Warnung für weitere Kunden und als Quittung für den inakzeptablen Bedienungs-GAU. Für alle Sympathisanten stelle ich den Sticker hier (6 Stück auf einem A4-Bogen) gratis zum Download und zur uneingeschränkten Verteilung bereit.

Lasst uns die Servicewüste begrünen. Wir sind viele.

Klatschspalte

Es wird wärmer, der Sommer naht, da kommen auch sogenannte »Promis« öfter aus dem Haus, so dass es – nicht nur in glitzernden Medienmetropolen – durchaus eine Chance gibt, ihnen ganz privat abseits von Bühne, Podium und Atelier zu begegnen. Als respektvoller Beobachter halte ich mich natürlich bei solchen Anblicken dezent zurück. Hier meine Top 3 Promi-Sichtungen der letzten Wochen:

  1. Hanns-Dietrich Genscher im Gartenrestaurant des Hotels Bischofshof in Regensburg (ja, er trägt wirklich privat diese pastellgelben langärmeligen Pullover)
  2. Roger Cicero in der Nebenkassenschlange beim Spar-Supermarkt in Hamburg Winterhude (wirkte auf mich ein bisschen unentschlossen zwischen bemüht-inkognito und Fankontakt-erhoffend)
  3. Jonathan Meese in der Hamburger Mönckebergstraße, mehrere Plastiktüten tragend (wenn Künstler einkaufen, ist das dann automatisch Aktionskunst?)

Ich blogg’ das auch nur, weil ich heute nichts anderes habe.

Na endlich!

Nachdem ich beim Musiknetzwerk lastfm vor einigen Wochen die wunderschönen Songs der französischen Musikerin Keren Ann für mich entdeckt und auch hier im Blog schon allen Lesern wärmstens ans Herz gelegt hatte, untermalt der Titel »Lay Your Head Down« aus ihrem jüngsten Album nun den Werbespot für die aktuelle H&M-Sommerkollektion 2008. Ich hoffe, sie bekommt damit viele neue Fans und die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Nicht nur für einen Sommer.

Morgens halb zehn in Japan

Wieder was Abgefahrenes mit Essen bei Flickr entdeckt: »Charaben« (jap. kyaraben oder キャラ弁, eine Abkürzung für »Character Bentō«) nennen sich liebevoll garnierte Lunchpakete für Schul- und Kindergartenkinder, deretwegen manch engagierte japanische Mutter morgens sogar extra früher aufsteht. Meist bilden die kunstvollen Dekorationen beliebte Comic- oder Mangafiguren nach. Eine wahre Meisterin dieser Kunst ist das Flickr-Mitglied luckysundae, deren Kreationen nun sogar in einem Buch zum Thema vertreten sind. Rund 50 Fotos der essbaren Schöpfungen gibt es in ihrer Flickr-Galerie zu bestaunen. Welches Kind will da noch eine Leberwurststulle als Schulbrot?

Charaben_luckysundae

Image: © luckysundae (via flickr)