Am Puls der Zeit

Fragt mich nicht, warum ich diesen Nonsens blogge.
Aber fügt gerne Eure IN- und OUT-Themen in den Kommentaren hinzu.

IN

  • Händewaschen
  • erst die Hose, dann die Schuhe anziehen
  • senkrecht fallender Regen
  • Ölsardinen Light
  • Langeweilesurfen
  • Pasta etwas weicher als »al dente«
  • nicht juckende Mückenstiche
  • grinsende Tankwarte
  • Bionadebashing
  • der Umwelt zuliebe die Post vom Nachbarn mitnehmen, wenn man kurz mit dem SUV zum Briefkasten fährt

OUT

  • Stangenselleriereste zwischen den Zähnen
  • Jens Riewas Krawatten
  • Nasenhaare färben
  • in Busse kotzen
  • Paris Hilton (endlich!)
  • Kloppe
  • im Treppenhaus auf Stadtteilzeitungen ausrutschen
  • Koikarpfen blau
  • über Biertrinker lästern
  • Füßlinge in Cowboystiefeln

Trend
Foto: © violarenate on Flickr | Some rights reserved

Ha. Ha. Ha.

Ich finde ja, die Deutschen lachen viel zu wenig. Das ist bedauerlich und sollte sich ändern! Daher möchte ich das dazu erforderliche offizielle behördliche Antragsformular auf diesem Wege all meinen Bloglesern kostenfrei als PDF zum Herunterladen und Ausfüllen zur Verfügung stellen. Erzählt und verteilt es gerne weiter! Für ein lustigeres Deutschland!

Belustigungsantrag

Accessoire für Angsthasen

Schon als Kind hatte ich eine Vorliebe für Monster, Gespenster und Vampire. Mit Otfried Preusslers Geschichte vom »Kleinen Gespenst«, Graf Zahl und den Monstern aus der Sesamstraße fing es an. Dann folgten, mit Eintritt ins Teenie-Alter, Angela Sommer Bodenburgs »Der Kleine Vampir«, Dutzende Sammelbände mit Gruselgeschichten und die legendären Europa-Vinyl-Hörspielplatten mit Hui Buh, Dracula und Frankenstein. Und Spielfilme: »King Kong«, »Tanz der Vampire«, »Bis das Blut gefriert« – ab etwa 13 durfte ich abends nach zähen Verhandlungen mit den Eltern für den geliebten Grusel im Fernsehen auch mal länger aufbleiben.

Mit 16 bestaunte ich mit einer Mischung aus Angst und Faszination die Szenenfoto-Aushänge in den damals noch üblichen Glasvitrinen des Bahnhofskinos, wo in den Achtzigern die Trash-Splatterfilme aus den USA und Italien liefen: »Ein Zombie hing am Glockenseil«, »Tanz der Teufel« oder »Die Nacht der reitenden Leichen«. Einlass erst ab 18. Keine Chance.

Auch in der örtlichen Videothek gab es seinerzeit in der Spielfilmabteilung eine Altersbeschränkung nur für das Ausleihen von Filmen, nicht jedoch für das Ansehen der ausgestellten Cover – ein weiteres sehnsüchtiges Hobby von mir. In den Regalen, zwischen denen ich nach Schulschluss oftmals umherstrich, standen »Das Omen«, George A. Romeros »Zombie«, »Basket Case«, David Cronenbergs »Die Brut« oder »Scanners« – das Blut troff nur so von den VHS-Cassettenhüllen, die Filme blieben jedoch weiterhin in unsehbarer Ferne.

Schließlich, endlich volljährig, durfte ich dann all diese Gorejuwelen goutieren, was ich auch mit Hingabe tat. Doch auch mit 18 und darüber hinaus hatte ich Angst, wie schon damals, mit sechs. Es war paradox. Einerseits zogen mich diese unheimlichen Wesen und gruseligen Geschichten magisch in ihren Bann, andererseits konnte ich oft vor Entsetzen nicht hinsehen, schlief nachts nur sorgsamst zugedeckt, brauchte ein Nachtlicht oder blickte beim Gang in den Vorratskeller zaghaft hinter jede geöffnete Tür, um mich zu vergewissern, dass dort nichts Blutdürstiges lauerte.

Bis heute bin ich beim Horrorfilmgenuss zwischen Faszination und Wegschauen gefangen, bis heute ist der Griff nach dem schützenden Sofakissen ein häufiger Reflex. Aber Sofakissen sind oft unhandlich und eigentlich viel zu groß. Darum sann ich nach Abhilfe – und erfand das »Angstkissen«. Handliche ca. 35 x 23 cm groß (perfekt für das 16:9-Seitenverhältnis von Filmen und Flachbildschirmen), aus nachtschwarzem Stoff und mit einem tröstenden Motiv, das den Verwendungszweck eindeutig kennzeichnet. Drei Prototypen mit verschiedenen Motivtechniken habe ich in Handarbeit angefertigt bzw. anfertigen lassen – Flexdruck, Flockdruck und bestickt.

Ich bin fest überzeugt: wenn mein Angstkissen über diese drei Prototypen hinaus für jeden Filmschisser im Handel erhältlich wäre, gäbe es mehr erleichterte Gruselfans auf Deutschlands Sofas. Aber da ich weder eine Kissenfabrik habe noch kenne, frage ich mal hier im Blog nach: Wer kennt eine Firma/einen Produktionspartner, die/der interessiert und in der Lage wäre, das Kissen mit diesem Motiv in Lizenz zu produzieren? Über Tipps per Mail oder in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Angstkissen_Preview

Angstkissen_Anwendung
Fotos, Idee und Design: © formschub | Ab Datum dieser Veröffentlichung besteht automatisch Schutz als nicht eingetragenes Gemeinschaftsgeschmacksmuster innerhalb der EU

O Du fröhliche, O Du schädliche …?

Ob schon mal ein schlauer Professor die nationale oder weltweite Ökobilanz unseres alljährlichen Weihnachtsfestes ausgerechnet hat? Oder den CO2-Footprint des Weihnachtsmanns? Auch wenn Rentiere keinen Sprit verbrauchen, häufen sich die Milliarden Lichterketten, Verwandtenbesuche, Geschenkbesorgungen, Einwickelpapier- und Geschenkbandmeter, Warentransporte und Plastikverpackungen sicherlich zu einem spürbaren Peak beim alljährlichen Ressourcenverbrauch auf. Mag sein, dass sich ohne diesen Brauch das Klima etwas langsamer aufheizen würde – andererseits wäre der Dezember dann aber auch wieder allzu dunkel und kalt.

Was kann man tun? Bringt es was, Besuchsreisen nur noch mit der Bahn zu unternehmen? Ist online einkaufen ökologischer als selber (mit dem Auto) auf Einkaufstournee gehen? Sind Kartoffelsalat und Würstchen energiesparender als eine vier Stunden im Ofen braungeknusperte Gans? Müssen Weihnachtsgeschenke recycelbar sein?

Denkt Ihr in der Weihnachtszeit über Euer Umweltverhalten beim Einkaufen und Feiern nach? Oder sagt Ihr »Ach, egal, Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr?« – Ich würde mich freuen, in den Kommentaren dazu von Euch etwas zu lesen.

Hier zwei Links zum Thema:
Weihnachten umweltfreundlicher
(»Umwelt im Unterricht«, Bundesumweltministerium)

Umweltfröhliche Weihnachtszeit
(NABU)

Eco_Rudolph
Illustration: © formschub

Vorbildfunktionsstörung

Nachdem Rainald Grebe zweifellos Horst Köhler im Kopf hatte, als er sein brillantes Lied textete, keimt in mir aktuell die Sehnsucht nach einer Variante, die besser zum derzeitigen Amtsinhaber passt. Vielleicht fallen Euch ja auch noch ein paar passende Zeilen ein.

Ich bin der Präsident.
Guten Tag, ich grüße Sie.
Ich bin der Präsident.
An mich erinnert man sich nie.

Ich bin der Präsident.
Ich mache dies und das.
Ich hab ja jetzt bald Urlaub,
das wird bestimmt ein Spaß.

Hallihallo, der Präsident.
Ich bin Moralinstanz.
Das ist ein hoher Anspruch,
doch ohne Relevanz.

Ich bin der Präsident,
ich kenne Prominente.
Die sind sehr nett, die haben Geld
und geben mir Prozente.

(…)

Praesident
Photo composing: © formschub
Original photo: © Gobierno Federal | Some rights reserved