Cowsourcing

Aus der Reihe »Twitterer fragen, Follower antworten«, heute: In Hamburg auf der Suche nach dem perfekten Rindersteak. Gerne Bio, vorzugsweise regional – so rief ich in meine Timeline hinein. Geantwortet haben @ottoerich, @frolleinanna, @meta_morfoss, @maekuz und @Sciarazz (mit einem nachgereichten zweiten Tipp).

Getestet habe ich nach dem Besuch aller verfügbaren Websites – aus dem Bauch heraus (hihi) – zunächst die Filiale der 1836 gegründeten Fleischerei Beisser am Klosterstern. Unten meine Beute: eins von zwei »dry aged Club Steaks« vom rotbunten Schleswig-Holsteiner Niederungsrind. Ambitioniert bepreist, aber erstens gönne ich mir sowas höchst selten und zweitens kriegt man dafür auch exzellente Qualität fürs Geld – beim fachmännischen Braten in der schweren schwedischen Gußeisenpfanne mit anschließender Medium-Ofengarung bei 80 °C spritzte nix, trat kaum Saft aus, schrumpfte nix zusammen und anschließend zerging das Fleisch geradezu auf der Zunge. Ein Genuss!

Allen Tippgebern noch einmal herzlichen Dank, ich habe alle Adressen gebookmarkt und setze die Tests bei nächster Gelegenheit fort.

Steak
Foto: © formschub

Warte, bis es Dinkel wird …

Late Adopter – und trotzdem glücklich. Nachdem das halbe Internet 2011 über Topfbrot oder »No-Knead-Bread« geschrieben und fuderweise Rezepte und Erfahrungsberichte dazu gepostet hat, wagte ich mich vorgestern endlich auch mal an eins der Rezepte heran. Die ermunterndste Verfahrensanleitung für Teigbereitung und Backprozedur lieferte mir Isabel Bogdan, das Rezept hingegen (Dinkel-Vollkornbrot mit Walnüssen) mopste ich hier. Gestern abend purzelte dann das fertige Opus meum aus dem Backtopf und wurde heute zum Frühstück serviert – scheibenweise nochmal im Toaster leicht angeröstet. Famos! Das mach ich jetzt öfter.

Topfbrot
Foto: © formschub

Falsettbär

Dass mir Skandinavien nicht nur als Urlaubsregion am Herzen liegt, eröffnete mir schon die Musik von Ane Brun, Agnes Obel und Jonathan Johansson. Jetzt hatte mein persönlicher Mixassistent bei last.fm schon wieder einen Tipp, der mich mitten ins musikalische Herz traf – und mich gleichzeitig überraschte, denn das Bild in meinem Kopf zu dieser zarten Stimme wollte so gar nicht zu dem »Handsome Guy« passen, der im YouTube-Video dazu den Mund bewegt. Beides zusammen gehört tatsächlich zu ein und derselben Person, nennt sich Egil Olsen und kommt aus Norwegen.

Es lohnt sich, auf seiner liebevoll befüllten Website ein bisschen herumzustöbern, die poetisch-skurrilen Videos anzuschauen und einige weitere Songs anzuhören, seine Cover-Artworks zu beschmunzeln oder auch mal an anderer Stelle die famosen Songtexte zu lesen. Ein ganz eigener und, wie ich finde, sehr sympathischer Typ. Und was er macht, passt zufällig perfekt zu Herbstlaub, Sofa, Kaminfeuer und Wein.

Never

Oh, Mann … ich will und sollte mal wieder so was von bloggen, aber im Moment durchwehen meinen Alltag zu viele To-Dos. Bis das vorüber ist, poste ich dann eben erstmal – hoffentlich interessanten – Drittcontent. Heute z.B. einen brandneuen Track einer meiner Lieblingsbands, Orbital. Das neue Album erscheint voraussichtlich im April 2012, begleitet von einer Tour durch Großbritannien.
Ein besonderes Bonbon zum Überbrücken der Wartezeit: der Track steht auf der offiziellen Website der Band als Gratis-mp3 zum Download bereit. Enjoy!

Lafer, Lichter, Schuhbeck, …

… ich komme! Nachdem ich vor einigen Monaten (via Twitter, natürlich) die famose Zufallskochrezeptseite scheissewaskocheichheute.de (Edit: inzwischen offline) entdeckt und dort eins meiner selbstkomponierten Lieblingsrezepte hochgeladen hatte, fragte mich im August Anna aus dem Projektteam, ob ich etwas dagegen hätte, wenn mein Rezept als eins von 55 in das bald erscheinende Kochbuch zur Website aufgenommen würde. Hatte ich nicht.

Geld gab es zwar keines, aber natürlich Ruhm und umgehende Aufnahme in den Olymp der Küchengötter. Und heute kamen die Belegexemplare, das heißt: das Buch ist im Handel. In einer auf 999 Exemplare limitierten Auflage ist es ab sofort hier zu bestellen. Internetseiten kann man schließlich nicht verschenken – damit hat das Werk doch auf jeden Fall schon mal eine hinreichende Existenzberechtigung. Und ich freue mich natürlich gleichermaßen doll, falls jemand das Rezept mal ausprobieren mag, ganz egal, ob aus dem Netz oder von der Buchseite. Guten Appetit!

Und hier noch der Link zur englischsprachigen Vorreiterwebsite: whatthefuckshouldimakefordinner.com

Scheissewaskocheichheute
Foto: © formschub

Bücherfragebogen [♂] – 16


16 Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Wie schon bei der ähnlich formulierten Frage 15 nehme ich mir die Freiheit, das Regal für diese Positionsangabe selbst auszuwählen – und finde an der angegebenen Position … ein Taschenbuch: »Geschnitten oder am Stück?« von Elke Heidenreich, damals alias Else Stratmann, aus dem Jahr 1986.

Elke Heidenreich erschuf die Kunstfigur und von ihr selbst verkörperte Rolle der »Metzgersgattin aus Wanne-Eickel« 1975, zunächst fürs Radio. Bei den Sendern WDR 2 und SWF 3, später auch im Fernsehen, zog sie in herrlich schnoddrigen Monologen über das Tagesgeschehen, Politik, Promis und gekrönte Häupter her. 1987 machte Elke Heidenreich »Schluss« mit Else Stratmann und wandte sich anderen literarischen Themen zu.

Der Rowohlt-Verlag veröffentlichte ab 1984 insgesamt vier Taschenbücher mit den gesammelten Kolumnen der Ruhrpottikone: »Darf’s ein bißchen mehr sein? – Else Stratmann wiegt ab«, »Geschnitten oder am Stück? – Neues von Else Stratmann« (s.o.), »Mit oder ohne Knochen? – Das Letzte von Else Stratmann« und »Datt kann donnich gesund sein – Else Stratmann über Sport, Olympia und Dingens …«. Bei mir im Bücherregal stehen sie alle in den Erstauflagen aus den Achtzigern, und eins davon als neuntes von rechts …

Für alle, die Else Stratmann nicht kennen: Der YouTube-User vinterhjerte hat ein rundes Dutzend Audioclips von und mit Else Stratmann/Elke Heidenreich hochgeladen, und auf der Website des Rowohlt-Verlages wird die eine oder andere Leseprobe im PDF-Format aus den nach wie vor erhältlichen Buchbänden angeboten.
Weil Elke Heidenreich keine neuen Texte ihres damaligen Alter Ego mehr nachschiebt, tröste ich mich inzwischen durchaus angemessen mit der Lektüre des famosen Blogs ihrer Dialektgenossin Ingeborch Schubiak, die sich beim WAZ-Webportal Der Westen ihre Weltsicht von der Seele schreibt (Update: das Blog ist leider mittlerweile offline oder hinter einer Paywall, aber bei den Ruhrbaronen kann man Frau Ingeborch noch lesen). Vielleicht gibt’s das ja auch irgendwann mal in Buchform …

Der komplette Fragebogen im Überblick.

Books_16
Foto: © formschub

Bücherfragebogen [♂] – 14

14 Ein Buch aus deiner Kindheit
Ach! Wo soll ich da anfangen? Ein paar der liebsten Bücher aus meiner Kindheit stehen noch immer bei mir im Regal, vergilbt, zerlesen, bekritzelt oder mit zum Teil ausgemalten Illustrationen (ein frühes Hobby), neu eingebunden, bestempelt … aber ein wirklich gutes Buch entstellt nichts.

Da wäre zum Beispiel Mein Freund der Zauberer von J. B. S. Haldane. Es erzählt die Geschichte, wie der Autor, Professor Haldane, mitten in London einen älteren Herrn davor bewahrt, beim unachtsamen Überqueren der Straße von einem Auto überfahren zu werden. Der Gerettete, der sich als Mr. Leakey vorstellt, lädt seinen Schutzengel daraufhin zum Dank in seine Wohnung zum Abendessen ein – und spätestens bei Tisch stellt sich heraus, dass der Gastgeber ein waschechter Zauberer ist: die Vorsuppe wird aus seinem Zylinder auf die Teller gegossen, ein riesiger Oktopus trägt von der Decke herab das Essen auf, ein etwa dackelgroßer, zahmer Hausdrache grillt den Fisch in seinen heißen Klauen, eine grüne Miniaturkuh spendet Sahne und ein geflügelter arabischer Dämon holt in Windeseile frische Erdbeeren aus Neuseeland fürs Dessert, während an den vier Ecken des Tisches im Zeitraffer Obstbäume mit saftigreifen Mangos und Pfirsichen wachsen. Die beiden Herren verstehen sich bestens, und der Professor erlebt mit seinem neuen magischen Freund im weiteren Verlauf des Buches noch eine ganze Reihe aufregender und seltsamer Dinge.

Ein nicht minder seltsames Buch, das ebenfalls in England spielt, ist Professor Hirnschlags unglaubliche Abenteuer von Norman Hunter (einen Link fand ich nur zur englischen Ausgabe, wo der Protagonist »Professor Branestawm« heißt). Professor Hirnschlag ist ein sehr, sehr kluger, erfinderischer, aber auch extrem zerstreuter Mensch. Das beginnt bei seinen fünf Brillen: eine zum Lesen, eine zum Schreiben, eine zum Ausgehen, eine, um andere Menschen darüber hinweg anzusehen und eine, um nach den anderen vier zu suchen, weil er sie natürlich ständig verlegt.

Zusammen mit seinem Freund, dem zackigen Oberst Haudrauf und der Haushälterin Frau Schnüffelschnauz stolpert der Professor in 14 Kapiteln durch seinen chaotischen Alltag. Er erfindet eine Frühjahrsputz-Putzmaschine, die so gründlich arbeitet, dass sie alle Möbel in den Garten des Hauses katapultiert. Oder er verlegt alle Exemplare ein und desselben Buches aus zwölf Stadtteilbibliotheken bis auf eins, das er dann reihum immer rechtzeitig vor Ablauf der Leihfrist wieder zurückbringen kann. Einmal erweckt er mit einem stinkenden Elixier versehentlich ein komplettes Fotoalbum zum Leben, woraufhin seine Wohnung von den abgelichteten Personen überschwemmt wird, inklusive am Bildrand angeschnittener, halber Passanten und unscharfer Hintergrundfiguren. Es sind in der Tat unglaubliche Abenteuer, die der Professor erlebt.

Gleich zwei Bände gab es von den heißgeliebten Geschichten des märchenhaften Abenteurers Jeremias Schrumpelhut: Die Reise zum Stern Traumatia und Mit König Eierbatz im Märchenwald, die von Wolf-Dieter von Tippelskirch verfasst wurden. Auch diese beiden Bücher bersten förmlich vor fantastischen Geschichten und Gestalten: Es gibt Mondschafe, die ihre wuchernde kunterbunte Wollpracht selbst verstricken können, mit Kitzelspießen bewaffnete Kobolde, Traumgespenster, echte riesenohrige Angsthasen, den lachhaft gekleideten Herrscher Mieselfratz, der seinen Untertanen bei Strafe verbietet, über ihn zu lästern, Rüsselschnurpse, Mollekieken, den schnellsten Zwerg der Welt, die Riesenschnupfenbazille Schnuppdiwupp oder den friedlichen Drachen Kukifex. Wie oft ich diese Geschichten las und im Kopf die Abenteuer miterlebte – ich weiß es nicht.

Unbedingt mit auf die Liste muss noch Der verzauberte Kater von Barbara Sleigh – eines der Bücher, von denen ich mir nach wie vor eine Verfilmung ganz grandios vorstellte. Das in London (schon wieder England!) spielende Buch erzählt die Geschichte der 12jährigen Rosemary, die während der Sommerferien mit Putzdiensten ein wenig zum kargen Einkommen ihrer alleinerziehenden Mutter beisteuern möchte. Dazu kauft sie auf dem Flohmarkt auf der Suche nach billigen Putzwerkzeugen bei einer seltsamen alten Frau für ein paar Schilling einen Reisigbesen. Der schwarze Kater, der am Stand herumstreicht, ist im Preis inbegriffen. Rosemary staunt nicht schlecht, als der Kater, Carbonel, auf dem Nachhauseweg zu sprechen beginnt und ihr offenbart, dass er ein verzauberter Katzenprinz ist und sie bittet, den auf ihm liegenden Fluch zu brechen. Doch dazu braucht Rosemary Zauberutensilien, welche sich zum Teil noch im Besitz der alten Flohmarkthändlerin – einer Hexe im Ruhestand – befinden. Ein aufregendes und magisches Ferienabenteuer beginnt …

Völlig ohne Gepäck und Geld begibt sich Jasper auf eine Reise rund um den Globus, nachdem er in einem Jasminbusch des Amsterdamer Vondelparks auf den winzigen Reisegeist Korilu trifft und von diesem dazu angestiftet wird. Weltreise mit Korilu heißt dieses ebenso lehrreiche wie fesselnde Kinderbuch von Thea Beckman, den ich ebenfalls mehr als nur einmal verschlang. Jasper lernt überall auf seinem Weg durch die Fremde neue Menschen kennen, muss hart arbeiten, gerät in manche Gefahr, schließt Freundschaften und lernt, was es heißt, Abschied zu nehmen. Dabei ist der kleine Korilu, der sich vor fremden Blicken in Jaspers dichtem Haarschopf versteckt, ihm oft ein erfahrener und nützlicher Ratgeber.

In der Akademie des Meisters Klex, einem Internat ganz besonderer Art, werden nicht nur ausschließlich Jungen aufgenommen, sondern ihr Vorname muss zudem auch mit A beginnen. In diesem elitären Kreis sind die Schulfächer, die der Gründer, Direktor und einzige Lehrer Meister Klex unterrichtet, dann auch entsprechend außergewöhnlich: Klecksographie, Buchstabenspinnen oder Möbelmedizin. Vom Garten der Akademie aus führen zahlreiche Pforten in verschiedene Märchenwelten, wo die Schüler den Figuren aus Andersens oder Grimms Märchen begegnen und in der Mensa wird feinstes Essen aus bunten Scherben und Farblösungen gezaubert. Doch das größte Geheimnis der Akademie ist der sommersprossige, bunthaarige Meister Klex selbst. Und keiner der Schüler ahnt, dass bald eine Schöpfung des Meisters zur größten Gefahr für seine eigene Akademie werden wird … Das fantastische Kinderbuch des polnischen Autors Jan Brzechwa erschien in der Erstausgabe bereits 1946.

Sicherlich war es die Fülle meiner Kindheitsbucherinnerungen, die dazu führte, dass ich diese Bücherfrage so lange vor mir hergeschoben habe. Ich könnte noch viele weitere Bücher nennen, die mich als Kind und Jugendlichen in Lichtjahre entfernte Welten versetzt haben: Der Zauberer von Oz, Momo, Die unendliche Geschichte … In späteren Jahren begeisterten mich Science-Fiction-Geschichten, das Herr-der-Ringe-Epos und Stephen King, aber ich habe mich für diesen Beitrag bewusst auf etwas unbekanntere Bücher beschränkt. Die meisten davon – wie an den Links ersichtlich – sind heute, wenn überhaupt, nur noch antiquarisch erhältlich. Manchmal ist der ständige Drang des Menschen nach immer Neuem, Frischem zum Lesen, Anschauen, Hören ein Fluch. Denn so viele famose Werke verschwinden im Strudel des unaufhörlich Nachströmenden und gehen so für die Kinder von heute quasi verloren. Ein Jammer, wenn man bedenkt, wieviel eigentlich zeitlose Fantasie, Spannung und Witz darin stecken.

Der komplette Fragebogen im Überblick.

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Foto: © formschub

Schnörkellos. Fast.

Als kulturell interessierter Mensch nehme ich mir gelegentlich in Ticketbüros die aktuellen Flyer und Prospekte der lokalen Musik-, Theater- und Bühnenensembles mit. Als Metropolenbewohner (Hamburg/Berlin) muss man ja wissen, was im Kessel der Großstadt gerade Heißes so kocht. Heute nach dem Frühstück blätterte ich im neuen Saisonprogramm des Rundfunkchores Berlin, das von außen noch nicht ahnen ließ, welch angenehm frisches Design mich auf den Innenseiten erwartete.

Schlicht weiß, mit glänzend goldener Heißfolienprägung kommt die Titelseite recht unspektakulär daher, wenn da nicht ein paar kleine Schnörkel an einigen Buchstaben hingen, die an die tropfenförmigen Formen an Bass- und Violinschlüssel bei der Notenschrift erinnern. Und gleich auf der nächsten Seite löst diese zarte Andeutung des Besonderen ihr Designversprechen ein:

In einem sehr variablen, aber dennoch aufgeräumt wirkenden Seitenraster, das aus einander überlappenden Rechtecken besteht, werden mit feinem Sinn für Farben und Seitenkomposition tolle und abwechslungsreiche Layouts gebildet. Die Seiten sind gut gegliedert und nicht überfüllt, die einfühlsame und zurückhaltende Typografie lädt zum Lesen ein, und gelungene, teils gewagt beschnittene Fotos von Interpreten, Publikum und Ensemble bilden zusammen mit großzügigen Schmuckbildern einen hochwertigen, modernen und frischen Look, der sofort Lust auf einen Besuch der Vorstellungen macht.

Besonders gefällt mir an dem Gestaltungskonzept das wiederkehrende Stilmittel eines Rasters aus unregelmäßigen rechteckigen Punkten (siehe Abbildung unten), deren Struktur sehr ansprechend und dezent Takt und Textur komplexer Musikarrangements visualisiert und den Rhythmus der Seitenlayouts im Kleinen nochmals unterstreicht.

Im PDF des Programmhefts kann man die wunderschöne Auszeichnungsschrift Archer des Schriftbüros Hoefler & Frere-Jones identifizieren; offenbar einst exklusiv für die Zeitschrift Martha Stewart Living der US-amerikanischen Heimdeko-Ikone entwickelt, doch die Exklusivlizenz ist inzwischen ausgelaufen, so dass der Font nun für jeden erhältlich ist. Sein Grundduktus erinnert an klassische geometrische Egyptienne-Schriften wie Rockwell oder Memphis, wird aber aufs Schönste bereichert durch die erwähnten kleinen »Schlenker« an einigen wenigen Zahlen und Buchstaben (siehe Abbildung unten) und macht diesen Type für meinen Geschmack zu einer perfekten Vermittlerin zwischen Kopf und Bauch, Klassik und Gegenwart.

Für längere Texte kommt die TheSans von Lucasfonts (Lucas de Groot) zum Einsatz.
Für die Gestaltung und Umsetzung verantwortlich zeichnet laut Impressum die Berliner Werbeagentur Heymann Brandt de Gelmini. Das Corporate Design wurde allerdings bereits 2010 mit dem – inzwischen freiberuflich tätigen – Creative Director Robert Körtge entwickelt.

RCB_2-3_Inhalt

RCB_46-47_Mahler

RCB_50-51_Requiem

RCB_Font_Archer
Abbildungen: © Rundfunkchor Berlin